After the Fall – Oculus VR

Die Macher von Arizona Sunshine haben sich mit dem Titel After the Fall nun auch eisigen Tempraturen zugewandt und veröffentlichen ihr zweites VR Spiel für Oculus, PSVR und den PC. Mit freundlicher Unterstützung von Koch Media durften wir uns zu zweit in das Abenteuer stürzen und möchten euch in diesem Review sagen, warum es die 40€ trotz mangelnden Contents wert ist.

After the Fall

Left 4 Dead in VR

Als wir die ersten Hordewellen angegriffen haben, kam uns das Spiel schon sehr vertraut vor. Da wir auch Valves Left 4 Dead nicht auslassen konnten, freute es uns umso mehr, dass After the Fall viele Parallelen aufweist und zusätzlich in Virtual Reality erscheint. Aber fangen wir ganz von Vorne an. Wir schreiben das Jahr 2000 – jedenfalls soll das Spiel 20 Jahre nach der / einer Apokalypse spielen – und die „Oberwelt“ wurde von Schnee und Eis vereinnahmt. Dementsprechend sind unsere Helden auch gekleidet, die verbliebene Menschen sind in den Untergrund geflüchtet und auch das Setting der Häuserlandschaften und -ruinen ist entsprechend angepasst. Hier und da finden sich Heizstrahler oder andere Gegenstände, die die Immersion eines tiefen Winters aufrecht halten sollen.

Sobald wir starten, beginnt die Einrichtung unseres VR Setups. Stehen oder sitzen wir, wo soll der Hosenbund sitzen, wollen wir selber nachladen oder halten wir Arizona Sunshine typisch die Knarre nur an den Bund? All diese Fragen durchlaufen wir um das beste Look and Feel zur Eingabe zu bekommen. Das witzige daran ist, dass wir die Einstellungen an einem Spielautomaten der 80er runterflimmern sehen und mittels Lasergun, die an dem Automaten angeschlossen ist, auch die Optionen wählen. Nach dem richtigen Spielstart dürfen wir uns dann einem Tutorial-Level stellen, welches uns mit der grundlegenden Steuerung und den zuvor festgelegten Einstellungen vertraut macht.

After the Fall

Grundsätzliches Gameplay

Wie schon zuvor gesagt haben wir hier im Prinzip einen Shooter, welcher vom Gameplay her Left for Dead gleicht. Mit dem feinen Unterschied, dass wir uns hier nun im virtuellen Raum bewegen. Die Level sind sehr schlauchförmig angelegt und wir betreten hin und wieder auch Schutzräume, die als Checkpoint dienen. Das bedeutet allerdings nicht, dass wenn ihr sterbt ihr an dieser Stelle dann automatisch weiterspielen dürft, sondern hier könnt ihr kurz durchatmen, eure Handgelenke relaxen, den Munitionsvorrat auffüllen und euch an den aufgestellten Automaten mit Arzneimittel und Bomben versorgen. Richtig genial sind die Mechanismen, um diese Räume zu öffnen. Entweder steht euch ein Hand oder Irisscanner zur Verfügung. Stellt euch vor wie lange wir brauchten, um zu verstehen, dass man seinen Kopf in den Scanner halten muss, damit überhaupt was passiert – Lacher-Garantie oben drauf. Danach geht es dann wieder weiter in die mit Zombies verseuchte Welt. Von der Aufmachung her sieht die Welt schon sehr mitgenommen aus, wir bekommen mit viel Zerstörung zu tun. Die Story versetzt uns in ein LA der 1980er Jahre und inmitten der Seuche stellt sich auch noch eine Eiszeit ein. Dementsprechend sehen auch die Level aus – Außenbereiche sehr hell gehalten um Schnee und Eis zu symbolisieren und in den Innenräumen eher düster und hier und da ein Heizstrahler.

Die überranten Posten Fahrzeuge die ähnlich wie in ‚The Walking Dead‘ auf den Straßen stehen. Militärposten, die als Auffangbecken der zivilen Bevölkerung errichtet wurden bzw. um gegen die Seuche anzukämpfen. Leere Magazine werfen wir auf Knopfdruck auf und können diese entweder mittels realistischen Nachlademechanismen oder eben mit einer Bewegung zum Bund nachladen. Dies legen wir aber, wie schon oben gesagt, in den Settings fest. Ansonsten heißt es Ballern was das Zeug hält. Auch das Arsenal an Zombies, was sich uns in den Weg stellt ist überschaubar. Wir haben die normalen Zombies, dann Juggernauts, ein mit voller Schutzmontur ausgerüsteter Hüne oder aber auch korpulente Gestalten, die platzen und eine Giftgaswolke hinterlassen geben euch hier die Hand. Am Ende eines Levels erwartet euch dann ein Boss bzw. eine Horde, die es zu bewältigen gibt.

Technische Unterschiede

Während wir das Spiel mit einer Oculus Quest 2 spielen, müssen wir uns auf Unterschiede zwischen dieser und der PCVR Versionen einstellen. Das hat natürlich den Grund, da das Spiel am PC über die Grafikkarte gerendert und dann als Ausgabemedium an die Brille übertragen wird. Durch den Kauf auf der Quest 2 erlaubt uns das Cross Buy Feature von Oculus, dass wir den Titel auch auf der Rift spielen können. Was hier direkt auffällt ist, dass wir eine detaillierter Umgebung, Zombies und eine Taschenlampe an den Waffen haben. Das hebt die Immersion auf ein anderes Level und macht zudem noch mehr Spaß. Soll nicht heißen, dass die Oculus Quest 2 Version kein Spaß macht, denn die ist auch klasse, allerdings isst das Auge doch auch ein stückweit mit.

Ausgelegt ist das Spiel für bis zu vier Spieler und das geniale ist, dass wir im HUB sämtliche Plattform vertreten finde. Auch top ist, dass der HUB „The Line“ immer gut besucht ist und man immer eine Partie zu spielen findet. Ulkig sind die Bewegungen der Avatare, denn diese reagieren auf die Controller und das sieht dann manchmal schon sehr lustig aus. Einige Gesten wirken offensiv, aber auch das ist in einem Spiel wie „After the Fall“ eher witzig als sich auf die Art von Provokation einzulassen und sich schlecht zu fühlen. Apropos HUB, dieser ist die Anlaufstelle für alles – die Spielmodi, die Kampagne, die Waffenkammer und eure sozialen Kontakte. Sollte mal ein Platz in einer Partie nicht besetzt werden, so wird dieser automatisch von einer KI aufgefüllt. Die dient aber eher als Frustration, denn Kugelfang könnte der zweite Name der KI sein. Immer wenn man die Horden dem Erdboden gleich machen möchte, stellt sich Freddy fein fröhlich vor die Spielerflinte – nur zum Ärger des Spielers. In höheren Schwierigkeitsgraden wird das zum Problem, denn da ist jede Kugel Gold wert.

Was uns ein bisschen ernüchtert sind die 5 Level Kampagne (Harvest Runs), das Prolog-LVL und das 1 LvL PvP Arena, welches der „Lieferumfang“ des Spiels darstellt. Wir bekommen 4 Schwierigkeitsmodi an die Hand, welches für Langzeitmotivation und auch Wiederspielwert steht, aber wir hätten uns an dieser Stelle mehr Level gewünscht. Der Entwickler hat schon versprochen, sich um das Game zu kümmern, sodass wir hoffentlich bald mit neuem Content versorgt werden und wir uns wieder ins Getümmel stürzen können.

Durch die unterschiedlichen Schwierigkeitsgrade, erhalten wir unterschiedlich seltene Systemdisketten. Von Gewöhnlich bis Episch ist alles dabei und wirkt sich auf die Belohnungen aus, die wir bei Abschluss eines Levels erhalten. Somit sind wir auch in der Lage unsere Waffen freizuschalten bzw. im lokalen Waffenstand der Line aufrüsten können.

Video folgt!

After the Fall – Oculus VR

Marcel Bierschenk

Grafik (gemessen an PCVR)
Grafik (gemessen an Oculus VR)
Gameplay
Inhalt
Preis / Leistung (inkl CrossBuy)
Story

Summary

After the Fall ist ein wirklich unterhaltsames Spiel, wenn man im Team unterwegs ist. Die Grafik der PCVR Variante ist für mich wirklich spitze und selbst das Sterben macht in dem Titel mit den richtigen Partnern hin und wieder Spaß. Durch eine Party lässt sich noch ein Sprachchannel erstellen, in welchem Absprachen und Taktiken durchexorziert werden können und spätestens bei den höheren Schwierigkeitsgraden wird dies von Nöten sein. Wer L4D mochte und VR liebt, dem kann man After the Fall trotz mangelnden Contents ans Herz legen. Ob das Game seine 40 Euro wert ist – sagen wir mal so, auf dem PCVR definitiv, für die Quest 2 hätte es auch ein reduzierter Preis getan, wenn man das Spiel als Standalone sieht. Das Game nutzt die Crossbuy Funktion!

4.2

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.