Dying Light 2 Stay Human XSX

Wir dürfen Hand an Dying Light 2 Stay Human für die XBox legen und euch Impressionen zur Tour durch die letzte Stadt auf Erden liefern. Dies wurde uns durch freundliche Unterstützung seitens Techland ermöglicht. Die Auslieferung begann schon Ende Januar, also rund eine Woche vor dem offiziellen Release, sodass wir auch genügend Zeit hatten durch die Welt von DL2 zu parkour´en. Also haltet euch fest und begleitet uns auf die Reise durch diese verrückte Welt!

Dying Light 2 Stay Human

Mein Name ist Aiden Caldwell

Im Prolog des Spiels, der ca. eine Stunde einnimmt, lernen wir die Grundlagen des Spiels und wie wir Aiden mit dem XSX Controller steuern. Eine Taste ist dabei für das springen, eine weitere für das blocken und der rechte Trigger fürs zuschlagen zuständig. Am Anfang ist es eine wirkliche Qual die Steuerung zu verinnerlichen, ist dies aber geschafft, dann fühlt sich das rumgehopse gleich viel geschmeidiger an. Aber nicht nur die Steuerung lernen wir in diesem Prolog kennen, sondern dürfen uns auch schon mit dem Crafting- und auch Kampfsystem auseinander setzen. Auch Kämpfe wollen erst einmal gemeistert werden, denn unserem Schützling gehen direkt am Anfang schon mal die Puste aus. Im Prolog lernen wir auch zu verstehen, dass Aiden ein „Pilger“ ist. Pilger sind Menschen, die zwischen den verbleibenden Enklaven der Menschen und auch „der Stadt“ hin- und herreisen. Das Harran-Virus hat nämlich dafür gesorgt, dass sich die Menschen auf kleinsten Räumen verbarrikadiert haben und das „die Stadt“ die einzig verbleibende Metropole einer einst florierenden Zivilisation ist.

Als wir in der Stadt ankommen werden wir von Hakan unter die Fittiche genommen. Er ist ein Nightrunner und hilft den Menschen, auch wenn die Nacht hereingebrochen ist und sich noch mehr Gefahren als sonst in der Stadt tummeln. Er führt die im Prolog begonnenen Features weiter und zeigt uns einige Spots in der Stadt und wie wir uns zurecht finden. Außerdem hilft er uns bei unserem eigentlichen Vorhaben, was unseren Protagonisten ursprünglich in die Stadt zieht.

Dying Light 2 Stay Human – Ein bisschen RPG bitte!

Wer Techland und die vorherigen Titel kennt, der wird sich auch in Dying Light 2 Stay Human schnell zurecht finden. Sicht aus der Ego-Perspektive, ein Rucksack um Gegenstände zu sammeln und Fähigkeiten, die unseren Pilger zu einen Menschen machen, der es mit Banditen und Zombies gleichermaßen aufnehmen kann. Dabei teilt Techland den Progress in zwei verschiedene Bäume auf und für erledigte Aktionen im Spiel, erhalten wir auch die entsprechenden Erfahrungspunkte. Wenn wir beispielsweise weniger Fallschaden nehmen wollen, dann wird hier ein Talent im Parkour freigeschaltet werden müssen, während neue Angriffsmechaniken eben in diesem Baum gelernt werden. So dürfen wir uns darauf freuen mit Waffen auch einen stärkeren Hieb auszuteilen.

Dying Light 2 Stay Human

Techland hat kurzer Hand während der Entwicklung von DL2 sämtliche Waffen bis auf Bogen, Armbrust und den Melee-Waffen aus dem Spiel entfernt. Das bedeutet für euch, dass ihr euch nicht wie ein Rambo durch die Welt bewegt. Finden wir an dieser Stelle eher schade, da wir sehr oft gezwungen sind einen Kampf zu meiden anstatt ihn mit einer Feuerwaffe schnell für sich zu gewinnen bzw. Herr über eine Meute von Zombies zu werden. Ganz witzig sind die Modifikationsmöglichkeiten der Waffen, denn hier könnt ihr unterschiedliche Elemente wie Feuer oder Blitz an Klinge oder Schaft anbringen und den bösen Jungs ordentlich einheizen. Dazu benötigen wir allerlei Gegenstände, die auf den Straßen zu finden sind.

Loot finden wir überall in der Welt verstreut. Entweder müssen wir dafür Quests absolvieren, den örtlichen Shop aufsuchen oder wir plündern eines der Verstecke, die man am Besten in der Nacht bereist – das jedenfalls zieht dann weniger Aufmerksamkeit auf sich und die Zombies sind dann zumeist auf der Straße unterwegs. Es kommt aber auch oft vor, dass ihr Bereiche betretet, die extrem kontaminiert sind und dann kräftige Gegner beinhalten, denen man besser nicht über den Weg laufen möchte. Wenn man sich die Strapazen doch antut, dann kann man mit Hemmstoff rechnen, den man für die Steigerung der eigenen Ausdauer benötigt.

Uns wird im Laufe des Spiels ein Arsenal an Gadgets freigeschaltet, welche wir dann für das Parkouring nutzen können, um schneller von A nach B oder vom Boden Richtung Häuserdächer zu gelangen. Dadurch wird das anfangs eher träge Gamplay ein Stück weit aufgelockert und nimmt an Fahrt auf, als jedes einzelne Dach überqueren zu müssen.

Das Detailreichtum der DL2 Welt

Die komplette Welt von DL2 und somit „der Stadt“ ist im Vergleich zum direkten Vorgänger wirklich gewachsen. Damit meinen wir nun nicht in der begehbaren Größe, was vielleicht auch so sein wird, sondern eher in dem Reichtum an Elementen, die wir hier spendiert bekommen. Wir haben nun eine ansehnliche Flora und Fauna, die allerdings nun auch auf den Dächern zu finden ist. Das hat damit zu tun, dass sich die Menschen nun vor den Zombies auf die Dächer zurückgezogen haben und nun anfangen dort Lebensmittel und sonstige Pflanzen anzubauen. So ist es uns beispielsweise möglich hier Honig zu ernten, da sich hier Bienen tummeln und hier ihre Stöcke zu finden sind. Ein Gebiet ist aktuell noch nicht begehbar und wird wahrscheinlich in die DLC Pläne von Techland auftauchen, denn das Spiel soll mindestens noch bis 2027 mit Zusatzinhalten verpflegt werden.

Die Gebäude bieten eine Vielzahl von Ersteigungsmöglichkeiten, von denen wir natürlich auch gebrauch machen. Gerade am Anfang ist es schwer, hohe Gebäude zu erklimmen und müssen daher Pausen einlegen, um unsere Ausdauer zu regenerieren. Das kommt dann vor, wenn wir die vielen Windmühlen für uns beanspruchen wollen, um hier einen Stützpunkt zu aktivieren, der fortan mit UV Licht und somit effizienten Zombie-Schutz ausgestattet ist. Sofern wir uns in der Nacht nicht rumtummeln möchten, so können wir hier auch ein Nickerchen einlegen und die Zeit simulieren lassen. UV-Licht ist in Dying Light 2 das Allheimmittel gegen die Zombies. Wenn wir mal in die Bredouille kommen sollten, dann können wir uns mit einem Wurflicht oder eben einem Außenposten retten. Techland versucht mit DL2 eine Art Kompromiss schaffen zu wollen, denn Nachts sind die Zombies zwar zahlreicher, allerdings werden wir nicht mehr permanent von Schattenjägern gesucht und gejagt. Das was immer einer der Kernpunkte im Vorgänger war und die Nächte daher immer schwieriger und herausfordernder machte, wird im Nachfolger entschärft – wahrscheinlich auch, um das Spiel einer breiteren Palette an Spielern zugänglich zu machen. In DL2 werden wir zwar verfolgt wenn wir entdeckt werden, aber diese Verfolgung dauert nicht sehr lange an. Oftmals sind es auch eher Schreier, die euch eine Horde Untoter auf den Hals hetzen.

Hier und dort lassen sich in der Stadt auch alte Nightrunner Verstecke finden, die dann allerlei Überraschungen und auch Story-Happen für uns zurückgelassen.

In Deutschland können wir zudem nur die ungeschnittene Version genießen, bedeutet also, dass menschliche NPCs von euch nicht „zerstückelt“ werden können. Ragdoll ist auch eher mangelhaft, denn schubsen wir einen NPC oder Zombie in eine Barriere, dann lassen diese sich nur fallen, wie ein nasser Sack. Soll jetzt nicht heißen, dass wir uns lediglich Stachelbarrikaden suchten und dort reihenweise Zombies reingetreten haben und dies auch noch feiern, allerdings stellt man sich schon mehr vor als immer die gleich Animation bei unterschiedlichen Gegnern zu sehen.

Wie der Nachfolger zur Geschichtsperle wird

Als ich DL2 auf die XSX installierte, konnte ich mich Story-technisch nur noch dunkel an Dying Light erinnern. Das muss unter anderem daran gelegen haben, dass die Story einfach nur schönes Beiwerk zum eigentlich Sinn und Zweck war – dem Parkouren und der Zombiapokalypse. In DL2 wird dieser Spieß einfach umgedreht und im fortschreiten der Kampagne werden wir unterhalten, lernen die ein oder andere Person kennen und sehen zu, dass wir unser eigentliches Ziel nicht aus den Augen verlieren. Richtig genial fanden wir auch, dass wir Aufträge absolvieren können, in welchem wir dann zum Beispiel den Ausgang des Questgebers besiegelt haben. All diese Kleinigkeiten in diesem Geflecht von Beziehungen und das Voranschreiten in der Kampagne machen Dying Light 2 zu einem kleinen Juwel. Wir fühlten uns von der Story sehr unterhalten und hätten nicht gedacht, dass gerade dies Element nun ein stabiler Grundpfeiler wird.

Dying Light 2 Stay Human

Gameplay
Story
Grafik
Inhalt
Preis / Leistung

Summary

Dying Light 2 ist schon eine guter Weiterentwicklung von Techland, auch wenn an einigen Stellen geschlampt wurde. Am Anfang ist gerade das Parkour Element, welches das Spiel ausmachen soll, eine Ernüchterung. Steuerung ist schwammig, das Erklimmen von Objekten nur mit Pausen machbar und Gegenstände gibt es erst im späteren Verlauf, die einen das Reisen in der Welt erleichtern. Auch das Aufsteigen von Leveln ist so eine Sache und nicht so einfach wie in anderen Rollenspielen. Natürlich fühlt es sich großartig an einen weiteren Meilenstein und somit eine weiter Fähigkeit freizuschalten, allerdings fühlt sich dies am Anfang etwas langatmig an. Animationen von Gegnern, die Beschneidung und auch das „Nasser Sack“-Ragdoll machen es nicht leicht die Motivation zu finden überhaupt auf Zombies einzudreschen. Was aber Techland im ersten Teil noch steifmütterlich behandelt hat ist im Nachfolger zu einer wahren Perle geworden. Die Story strotzt vor guten Dialogen, einige Interessanten Missionen und trägt das Spiel von Anfang bis Ende durchgehend auf einem sehr guten, hohen Niveau. Bravo Techland!
Was wir ebenfalls gut finden, das ist auch der Entwicklung der Engine zu verdanken, dass die Welt so unglaublich gut aussieht. Zwar haben wir hier und da ein klein bisschen Recycling, was sich aber auch in einem Open World Titel wie Dying Light 2 vermeiden lässt. Die Welt ist schick, die Welt ist lebendig, so freuen wir uns immer wieder von A nach B zu reisen und von dem ein oder anderen Vorkommnis abgelenkt zu werden.

4.5

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