
Story & Umfang
Die Kampagne ist mit etwa 3,5 bis 4 Stunden recht kompakt, ergänzt durch rund ein bis zwei Stunden optionaler Inhalte. Für Borderlands-Verhältnisse bewegt sich das im soliden Mittelfeld, wirkt aber dennoch etwas knapp, vor allem, wenn man den Preis im Hinterkopf behält.
Die Story selbst ist zweischneidig: Einerseits überzeugt sie mit emotionalen Momenten rund um Ellie und Moxxi sowie einer interessanten Horror-Thematik. Andererseits fehlt es an einem wirklich starken Finale. Der Endboss bleibt deutlich hinter den Erwartungen zurück und sorgt für einen eher unspektakulären Abschluss.
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Positiv hervorzuheben ist die Rückkehr bekannter Figuren und Feinde aus früheren Teilen, ein netter Fanservice, der gut eingebettet wurde.
Atmosphäre & Gameplay
Spielerisch bleibt sich Borderlands treu: Loot, Gunplay und Skilltrees greifen gewohnt präzise ineinander. Besonders der neue Vault Hunter C4sh sticht hervor. C4sh ist dabei kein komplizierter Build-Baukasten, sondern funktioniert direkt von Anfang an erstaunlich rund. Seine Skills sind klar auf Aggression ausgelegt: viel Schaden, schnelle Abklingzeiten und starke Boni, sobald man im Flow ist und Gegnerketten aufbaut. Gerade wenn man sich durch Gruppen schießt, merkt man schnell, wie gut seine Fähigkeiten ineinandergreifen.

Spannend wird es aber durch seinen leichten Glücksspiel-Twist. Viele seiner Talente arbeiten mit zufälligen Buffs oder proccen zusätzliche Effekte, die mal mehr, mal weniger stark ausfallen. Das sorgt dafür, dass sich Kämpfe mit ihm oft ein bisschen unberechenbar anfühlen, jedoch im positiven Sinne. Wenn die richtigen Effekte zünden, räumt C4sh ganze Gegnerwellen im Alleingang weg.
Im Vergleich zu anderen Kammerjägern wirkt C4sh weniger wie ein Nischen-Charakter und eher wie ein solider Allrounder, der fast immer funktioniert. Dazu kommt sein trockener Humor, der gut zum Ton des DLCs passt und ihn schnell sympathisch macht. Für viele dürfte er deshalb einer der spaßigsten Charaktere im aktuellen Roster sein. Und das ist auch mitunter ein Hauptargument für den DLC!
Was jedoch sofort auffällt, ist die veränderte Tonalität. Der DLC setzt stark auf Horror-Elemente. Die Gegner, insbesondere die deformierten Dahl-Soldaten, wirken stellenweise wie direkt aus einem Dead-Space-Albtraum entsprungen. Diese Mischung aus klassischem Borderlands-Gameplay und unheimlicher Atmosphäre funktioniert überraschend gut und sorgt für frischen Wind.
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Allerdings bleibt das Endgame-Angebot dünn. Nach Abschluss der Story fehlt es an motivierenden Aktivitäten, die langfristig binden. Hier verschenkt der DLC Potenzial.
Grafik & Präsentation
Optisch zeigt sich der DLC von seiner besten Seite. Die neuen Gebiete, wie Bloodstained Hollow und die Maelstrom-Region, gehören zu den visuell stärksten Arealen des Spiels. Die düstere Beleuchtung, grotesken Gegnerdesigns und das Spiel mit kosmischem Horror erzeugen eine dichte Atmosphäre.
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Zwar wirken einige Abschnitte etwas vertraut, insgesamt überwiegt aber der Eindruck eines stilistisch mutigen DLCs, der sich deutlich vom Hauptspiel abhebt.
Preis-Leistung
Der wohl größte Kritikpunkt bleibt der Preis. Rund 30 Euro sind für die gebotene Spielzeit kein Schnäppchen. Rechnet man jedoch den enthaltenen Vault Hunter mit ein, relativiert sich das Ganze etwas.
Dennoch: Wer rein auf die Story schielt, könnte sich fragen, ob der Umfang den Preis rechtfertigt. Fans der Reihe oder Spieler, die gerne neue Charaktere ausprobieren, bekommen jedoch durchaus Gegenwert.











