Ein würdiger Abschluss für Lara Croft
Die Geschichte führt Lara nach Mexiko und Peru. Auf der Suche nach einem geheimnisvollen Artefakt löst sie versehentlich eine Katastrophe aus, die eine uralte Prophezeiung erfüllt und eine drohende Maya-Apokalypse in Gang setzt. Um die Welt vor dem Untergang zu bewahren, muss sie sich erneut mit der Organisation Trinity auseinandersetzen und tief in die Geheimnisse vergangener Zivilisationen eintauchen. Dabei steht nicht nur die Rettung der Welt im Mittelpunkt. Lara muss sich auch mit den Konsequenzen ihrer eigenen Entscheidungen beschäftigen. Ihr unbedingter Wille, Trinity aufzuhalten, lässt sie zunehmend rücksichtslos handeln. Gerade dieser Konflikt verleiht der Geschichte eine interessante Richtung, denn die inzwischen erfahrene Abenteurerin ist längst nicht mehr die unerfahrene junge Frau aus dem ersten Teil der Trilogie.
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Leider gelingt es dem Spiel nicht immer, dieses Potenzial vollständig auszuschöpfen. Die Handlung ist spannend inszeniert, manche Wendungen sind jedoch vorhersehbar, und auch die Gegenspieler bleiben teilweise blass. Das Finale schließt Laras Entwicklung insgesamt stimmig ab, hätte emotional aber durchaus etwas mehr Tiefgang vertragen können. Wer die beiden Vorgänger kennt, wird viele Zusammenhänge und die Entwicklung der Hauptfigur besser nachvollziehen können. Grundsätzlich lässt sich das Abenteuer aber auch ohne Vorkenntnisse spielen. Als Abschluss der Survivor-Trilogie funktioniert Shadow of the Tomb Raider jedenfalls gut und bietet eine passende Bühne für Laras bisher größte Herausforderung.
Rätsel und Erkundung stehen im Mittelpunkt
Spielerisch bleibt sich Shadow of the Tomb Raider treu. Lara klettert an steilen Felswänden entlang, überwindet gefährliche Abgründe, taucht durch überflutete Höhlen und erkundet überwucherte Tempelanlagen. Die Mischung aus Erkundung, Plattforming, Rätseln und Kämpfen bildet weiterhin das Fundament des Abenteuers. Besonders gelungen sind die zahlreichen Gräber, in denen Lara antike Mechanismen manipulieren, Wasserstände verändern oder komplexe Konstruktionen in Bewegung setzen muss. Die Rätsel sind häufig mehrstufig, bleiben aber nachvollziehbar. Wenn nach etwas Tüftelei endlich der richtige Lösungsweg gefunden ist, stellt sich genau das befriedigende Gefühl ein, das man von Tomb Raider erwartet. Auch die Erkundung belohnt Neugier. Versteckte Kammern, Relikte, Dokumente und Sammelobjekte vermitteln zusätzliche Informationen über die Spielwelt. In größeren Siedlungen wie Paititi warten außerdem Nebenmissionen, die Lara mit den Bewohnern und ihren Problemen in Kontakt bringen. Nicht jede dieser Aufgaben ist erzählerisch besonders spannend, doch sie sorgen für Abwechslung abseits der Hauptgeschichte.
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Die Kämpfe spielen weiterhin eine wichtige Rolle, treten aber etwas hinter Erkundung und Rätsel zurück. Lara kann Gegner mit verschiedenen Waffen direkt angreifen oder sich mithilfe der Vegetation und ihrer Tarnfähigkeiten unbemerkt an sie heranschleichen. Besonders die Möglichkeit, sich mit Schlamm zu tarnen und an bestimmten Wänden mit der Umgebung zu verschmelzen, sorgt für abwechslungsreiche Schleichpassagen. Allerdings ist die Gegner-KI nicht immer überzeugend. Feinde reagieren gelegentlich unvorhersehbar, wodurch manche Situationen weniger taktisch ausfallen als beabsichtigt. Auch die Kameraführung kann bei anspruchsvollen Kletterpassagen gelegentlich stören. Insgesamt funktioniert das Gameplay aber weiterhin hervorragend und zeigt, warum die Survivor-Trilogie zu den beliebtesten modernen Interpretationen von Tomb Raider zählt. Die Schwierigkeitsgrade lassen sich getrennt für Kampf, Rätsel und Erkundung einstellen. Dadurch können Spieler selbst bestimmen, ob sie sich lieber auf anspruchsvolle Gefechte konzentrieren oder die Rätsel ohne allzu viele Hilfestellungen lösen möchten.
Ein schönes Abenteuer mit Kompromissen
Die Spielwelt gehört zu den größten Stärken von Shadow of the Tomb Raider. Dichte Dschungel, gewaltige Wasserfälle, verwitterte Tempel und dunkle Höhlensysteme schaffen eine abwechslungsreiche Atmosphäre. Gerade der Wechsel zwischen der üppigen Vegetation und den engen, nur spärlich beleuchteten Gräbern funktioniert hervorragend. Auf der Nintendo Switch 2 macht das Spiel insgesamt einen guten Eindruck. Aspyr hat die beeindruckende Gestaltung der Spielwelt weitgehend erhalten, musste im Vergleich zur leistungsfähigeren PC-Version allerdings visuelle Abstriche hinnehmen. Dazu zählen unter anderem Einschränkungen bei der Sichtweite und bei einzelnen Detailstufen. Auch die Darstellung wirkt nicht in jeder Situation gleich scharf. Die Portierung zielt im TV-Modus auf eine Auflösung von 1080p und eine Bildrate von 30 FPS. Die Bildrate blieb während des Tests weitgehend stabil, wobei in einzelnen Szenen kurze Einbrüche merklich sichtbar sind. Für den Handheld-Modus vermuten wir eine geringere Auflösung, konkrete Zahlen haben wir leider nicht.
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Die Begrenzung auf 30 FPS ist angesichts der flüssigen Darstellung auf leistungsfähigeren Plattformen ein Kompromiss. Gerade bei schnellen Gefechten und beim Zielen wäre eine höhere Bildrate angenehm gewesen. Dafür bleibt die Performance überwiegend konstant, was für die Spielbarkeit wichtiger ist als eine möglichst hohe, aber schwankende Bildrate. Im Handheld-Modus kommt die Atmosphäre besonders gut zur Geltung. Die dichte Vegetation und die stimmungsvollen Lichteffekte funktionieren auch auf dem kleineren Bildschirm. Bei feinen Details und in dunklen Bereichen fällt die etwas weichere Darstellung allerdings eher auf. Auf dem Fernseher profitiert das Spiel von der größeren Bildfläche, während die grafischen Unterschiede zu anderen Plattformen deutlicher sichtbar werden. Wichtig ist dabei, dass die Switch-2-Fassung keine umfassende grafische Neuauflage darstellt. Sie bringt ein bekanntes Spiel auf eine neue Plattform, ohne sämtliche technischen Möglichkeiten der Konsole auszuschöpfen. Insgesamt ist die Umsetzung ordentlich, schöpft das Potenzial der Hardware aber nicht vollständig aus.
Flexibel, aber nicht jede Funktion überzeugt
Die Steuerung ist grundsätzlich auf die Nintendo Switch 2 zugeschnitten. Das Spiel lässt sich klassisch mit den Joy-Con oder einem Pro Controller bedienen. Gerade bei Kletterpassagen, beim Waffenwechsel und in hektischen Gefechten ist die vertraute Controller-Steuerung die naheliegende Wahl. Darüber hinaus bietet die Portierung zusätzliche Bedienmöglichkeiten wie Gyro-Steuerung, Touchscreen-Funktionen und Maussteuerung. Diese Extras sind grundsätzlich eine sinnvolle Ergänzung, überzeugen jedoch nicht alle gleichermaßen. Laut GameWatcher funktioniert die Gyro-Steuerung nicht in jeder Hinsicht überzeugend, während die Maussteuerung zwar neue Möglichkeiten eröffnet, sich bei 30 FPS aber nicht optimal entfalten kann. Der Touchscreen bleibt vor allem für bestimmte Menüs eine Ergänzung. Damit sind die zusätzlichen Steuerungsoptionen ein netter Bonus, aber kein entscheidender Grund, sich für diese Fassung zu entscheiden. Wer das Spiel überwiegend klassisch mit einem Controller spielen möchte, erhält eine vertraute und grundsätzlich gut funktionierende Bedienung.

Der Dschungel lebt
Die akustische Gestaltung trägt erheblich zur Atmosphäre bei. Im Dschungel sind Tiergeräusche, raschelnde Blätter und das Rauschen des Wassers allgegenwärtig. In den Gräbern sorgen hallende Schritte, knarrende Mechanismen und das gelegentliche Krachen alter Konstruktionen für eine angenehm unheimliche Stimmung. Der Soundtrack hält sich in ruhigeren Passagen zurück und gewinnt in dramatischen Situationen an Intensität. Dadurch bekommen sowohl die Erkundung als auch die großen Actionsequenzen den passenden musikalischen Rahmen. Auch die deutsche Sprachausgabe passt gut zur Inszenierung. Dialoge und Synchronisation unterstützen Laras Entwicklung und helfen dabei, die Geschichte ohne ständiges Lesen von Untertiteln zu verfolgen. Insgesamt gehört die akustische Präsentation zu den Stärken, die auch auf der Switch 2 erhalten bleiben.

Das komplette Abenteuer samt DLCs
Die Definitive Edition enthält das Hauptspiel und sämtliche sieben DLC-Herausforderungsgräber. Hinzu kommen die zusätzlichen Nebenmissionen, Waffen, Outfits und Fähigkeiten sowie der Online-Koop für zwei Spieler. Damit erhalten Switch-2-Spieler das vollständige Paket inklusive der nachträglich veröffentlichten Inhalte. Die zusätzlichen Gräber sind besonders für Spieler interessant, die Freude an den Rätseln des Hauptspiels haben. Sie erweitern das Kernelement der Reihe sinnvoll und lassen sich teilweise auch gemeinsam im Koop angehen. Wer sich lieber allein durch die Ruinen arbeitet, findet bereits im Hauptspiel zahlreiche optionale Gräber und Geheimnisse. Für die Hauptgeschichte sollte man ungefähr 12 bis 15 Stunden einplanen. Wer Nebenmissionen erledigt, Gräber erkundet und möglichst viele Sammelobjekte finden möchte, kann die Spielzeit deutlich verlängern. Für eine weitgehend vollständige Erkundung sind etwa 20 bis 30 Stunden ein realistischer Richtwert, abhängig vom eigenen Tempo. Der Online-Koop ist eine willkommene Ergänzung, insbesondere bei den zusätzlichen Herausforderungen. Er setzt allerdings eine Internetverbindung und gegebenenfalls eine Mitgliedschaft bei Nintendo Switch Online voraus. Wer ausschließlich die Einzelspielerkampagne spielen möchte, kann den Mehrspielermodus problemlos ignorieren.









