
Wenn’s kracht und krabbelt: Das Spielgefühl
Das Herzstück des Spiels ist ohne Frage das kompromisslose Ballern. Die Waffen fühlen sich wuchtig an, Treffer haben spürbares Feedback, und gerade auf höheren Schwierigkeitsgraden entsteht ein angenehmes Gefühl von Chaos und Überforderung – ganz im Sinne der Filmvorlage. Besonders gelungen ist der Einsatz von Unterstützungsmaßnahmen wie Luftschlägen, orbitalen Lasern oder sogar nuklearen Angriffen. Diese sorgen regelmäßig für spektakuläre Momente und setzen sich positiv vom Standard-Shooter-Einerlei ab.
Die Missionsstruktur hingegen bleibt eher konservativ: Nester zerstören, Punkte verteidigen oder Ziele bombardieren. Das funktioniert, nutzt sich aber mit der Zeit ab. Hinzu kommt, dass die Kampagne recht kurz ausfällt und somit kaum Raum für echte Entwicklung oder spielerische Eskalation bietet.
Ein weiterer Schwachpunkt ist die KI der Verbündeten. Die eigenen Squad-Mitglieder agieren oft planlos, sind wenig effektiv im Kampf und dienen meist nur als Ablenkung für die Gegner. Dadurch fühlt man sich häufig wie eine Ein-Mann-Armee – was zwar spielerisch funktioniert, aber dem Starship-Troopers-Gefühl eines koordinierten Militärs widerspricht.
Die Möglichkeit, selbst als Bug zu spielen, ist eine nette Idee, bleibt aber hinter ihrem Potenzial zurück. Die Missionen sind zu repetitiv und bieten zu wenig Variation, um langfristig zu motivieren.
Zwischen Retro-Charme und Schlachtfeld-Inszenierung
Optisch setzt das Spiel bewusst auf einen Retro-Look, der an Shooter der frühen 2000er erinnert. Das ist Geschmackssache: Während wir den Stil als charmant empfinden, könnten sich andere eine modernere, immersivere Darstellung wünschen.

Die Umgebungen sind solide gestaltet und vermitteln zumindest ansatzweise das Gefühl groß angelegter Schlachten. Allerdings wird diese Illusion gelegentlich gebrochen, etwa wenn scheinbar riesige Kämpfe in der Ferne sich bei näherem Hinsehen als bloße Kulisse entpuppen.
Ein echtes Highlight sind hingegen die FMV-Sequenzen mit bekannten Gesichtern aus dem Franchise. Diese sorgen für Fanservice und transportieren den satirischen Unterton der Vorlage deutlich besser als der Rest der Story.

FMV steht für “Full Motion Video”. Damit sind vorgerenderte oder mit echten Schauspielern gedrehte Videosequenzen gemeint, die im Spiel abgespielt werden – oft, um Story, Atmosphäre oder Fanservice zu liefern.
In den FMV-Sequenzen des Spiels ist vor allem Casper Van Dien zu sehen, der erneut in seine ikonische Rolle als Johnny Rico schlüpft. Diesmal tritt er als älterer, abgeklärter Veteran auf, der die Ereignisse kommentiert

Ein Blick auf das verantwortliche Studio lohnt sich: Mit Auroch Digital sitzt hier ein Entwickler am Steuer, der bereits mit Warhammer 40,000: Boltgun bewiesen hat, wie gut ihm schnelle, kompromisslose Retro-Shooter liegen. Diese DNA ist auch in Starship Troopers: Ultimate Bug War! deutlich spürbar. Vom direkten Gunplay bis hin zur bewusst reduzierten Inszenierung. Gleichzeitig zeigen sich aber auch bekannte Schwächen: begrenzter Umfang, wenig spielerische Tiefe und ein klarer Fokus auf kurzfristigen Spaß statt langfristiger Motivation. Wer Boltgun mochte, wird sich hier schnell zurechtfinden, sollte aber auch ähnliche Abstriche erwarten.
Was steckt im Arsenal? Umfang und Inhalte
Inhaltlich bietet das Spiel eine überschaubare Kampagne mit einigen unterschiedlichen Schauplätzen, bekannten Locations aus dem Universum und einer ordentlichen Auswahl an Waffen. Die Möglichkeit, Mechs zu steuern oder verschiedene Waffentypen auszuprobieren, bringt zusätzliche Abwechslung ins Gefecht.

Die Story selbst bleibt allerdings blass und wirkt eher wie ein Rahmen für die Action. Der Ansatz, das Ganze als Propaganda-Produkt innerhalb des Universums zu inszenieren, ist interessant, wird aber nicht konsequent genug genutzt.
Auch in Sachen Lore nimmt sich das Spiel einige Freiheiten, die nicht jedem Fan gefallen dürften. Wer großen Wert auf Konsistenz innerhalb des Franchise legt, könnte hier ins Grübeln kommen.




