Disciples: Domination
Review

Disciples: Domination

Pubisher: Kalypso Media • Developer: Artefacts Studio • Release: 12.02.2026
* Das Spiel wurde uns für das Review vom Publisher zur Verfügung gestellt
Mit Disciples: Domination kehrt eine der traditionsreichsten Dark-Fantasy-Strategiereihen zurück auf den PC - und bleibt sich dabei erstaunlich treu. Statt das Rad neu zu erfinden, setzt der 2026-Ableger konsequent auf das, was Fans seit Jahrzehnten schätzen: knallharte, rundenbasierte Gefechte, eine melancholische Welt am Abgrund und eine Atmosphäre, die mehr an Verfall als an Heldentum erinnert. Doch reicht das im Jahr 2026 noch aus? Ich habe mehrere Kampagnen auf meinem Testsystem gespielt und mich durch die zähen Schlachtfelder von Nevendaar gekämpft. Hier ist mein Eindruck.

Anspruch statt Aktionismus

Das Herzstück von Disciples: Domination bleibt das hexagonbasierte Kampfsystem. Wer hier unvorbereitet in Gefechte stolpert, wird schnell bestraft. Einheiten blockieren sich gegenseitig, Terrain-Effekte stapeln sich und Statusveränderungen entscheiden häufig über Sieg oder Niederlage. Positionierung ist wichtiger als reine Schadenszahlen.

Die verschiedenen Anführerpfade verändern euren Spielstil spürbar. Statt bloßer Prozentboni gibt es klare strategische Ausrichtungen. Trotzdem wirkt die Progression stellenweise etwas zäh. Skillpunkte kommen langsam, viele Verbesserungen fühlen sich eher inkrementell als transformativ an.

Auch das Ressourcenmanagement fordert Geduld. Gebäude-Upgrades, Ausrüstungsverbesserungen und Shard-Fusion konkurrieren um dieselben Rohstoffe. Strategisch sinnvoll - aber manchmal auch frustrierend, wenn man auf den nächsten Fortschritt warten muss. Ein weiterer zentraler Aspekt ist das Upgrade-System der Fraktionen und ihrer Einheiten. Rekrutierte Truppen bleiben nicht statisch, sondern lassen sich im Verlauf der Kampagne gezielt verbessern. Je nach Fraktion schaltest du neue Entwicklungsstufen frei, verstärkst bestehende Fähigkeiten oder spezialisierst Einheiten stärker in Richtung Schaden, Support oder Kontrolleffekte. Gerade im Midgame entsteht dadurch eine spürbare Identifikation mit deiner Armee - aus anfänglichen Standardtruppen werden hochgradig angepasste Eliteverbände.

Dabei greifen Burg-Ausbau, Fraktionsfortschritt und Einheiten-Upgrades ineinander, was strategische Planung erfordert: Investierst du früh in stärkere Einzeltruppen oder baust du erst deine wirtschaftliche Basis aus? Diese Entscheidung beeinflusst den Schwierigkeitsgrad einzelner Karten deutlich.

Was durchgehend überzeugt: Die Gefechte fühlen sich wie taktische Puzzles an. Gerade im Mid- und Endgame entwickelt sich eine Tiefe, die zum Nachdenken zwingt, statt hektisches Durchklicken zu belohnen.

Düster, detailreich, kompromisslos

Optisch bleibt sich die Serie ebenfalls treu. Verfallene Dörfer, zerklüftete Höllenlandschaften und verwitterte Burgen vermitteln konsequent das Gefühl einer Welt am Rand des Untergangs. Die Art Direction ist stimmig, düster und eigenständig.

Technisch präsentiert sich das Spiel erfreulich stabil. Auf maximalen Details lief das Spiel auf meinem System durchgehend flüssig. Animationen sind sauber, Effekte atmosphärisch und die UI angenehm übersichtlich - besonders wichtig bei langen Strategiesessions.

Allerdings merkt man: Große Innovationssprünge gibt es nicht. Die Engine wirkt solide, aber nicht cutting-edge. Wer spektakuläre Next-Gen-Showcases erwartet, wird enttäuscht sein. Dafür passt alles stilistisch hervorragend zusammen.

Inhalt & Langzeitmotivation

Die Kampagne bietet mehrere Fraktionen (u. a. Elfen, Imperiale, Dämonen, Untote), die sich spielerisch nachvollziehbar unterscheiden, ohne das Grundkonzept stark zu variieren. Veteranen werden sich sofort zurechtfinden.

Die Story erfüllt ihren Zweck, bleibt aber erzählerisch hinter Genre-Größen zurück. Einige dramatische Momente verlieren ohne Vorwissen an Wirkung. Zudem wiederholen sich manche Missionsstrukturen im späteren Verlauf.

Positiv hervorzuheben ist die modulare Kartenstruktur: Sie eignet sich sowohl für lange Abende als auch für kürzere Spielsessions. Gerade auf dem PC mit SSD-Ladezeiten ist der Spielfluss angenehm.

Bildergalerie

Testsystem

KomponenteSpezifikation
CPUAMD Ryzen 7 7800X3D
GPUNVIDIA GeForce RTX 5070 Ti
RAM32GB DDR5-6000 CL30
MainboardAM5-Plattform
SpeicherNVMe SSD (PCIe Gen4)
BetriebssystemWindows 11 (64-Bit)
Auflösung (Test)2560x1440 (WQHD)

Performance-Übersicht (WQHD 2560×1440)

PresetEinstellungenDurchschnittliche FPSEmpfehlung
Max FPSHohe Details, DLSS Performance, Schatten Mittel170-190 FPSFür 240Hz-Monitore
Max Grafik (Ultra)Alles Ultra, Raytracing aktiviert, DLSS Quality120-140 FPSOptische Referenz
Leistung/Qualität (Empfohlen)Ultra ohne RT, DLSS Quality150-165 FPSBeste Balance

Disciples: Domination

Zusammenfassung

Präsentation (Grafik)
90%
Gameplay
90%
Inhalt
80%
Preis / Leistung
85%

Fazit

Disciples: Domination ist kein radikaler Neustart, sondern eine selbstbewusste Verfeinerung einer bekannten Formel. Wer auf düstere Fantasy, anspruchsvolle Taktik und methodisches Gameplay steht, bekommt hier ein starkes Gesamtpaket. Wer Innovation oder cineastisches Storytelling erwartet, könnte dagegen etwas enttäuscht sein. Es ist ein Spiel für Strategen - nicht für Action-Fans. Und genau darin liegt seine Stärke.
86.25%
PC - Steam
Zum Angebot *
Pro
+
Taktisch anspruchsvolles Gameplay - Tiefe, rundenbasierte Kämpfe mit Positionierung, Terraineffekten und Synergien
+
Einheiten- und Fraktions-Upgrades - Fünf verschiedene Fraktionen mit eigenen Einheiten und Upgrades
+
Atmosphärische Welt und Story - Dunkle Fantasy-Kulisse mit dichter Atmosphäre
+
Stabiles Performance-Fundament
+
Langfristiger strategischer Anreiz - Entscheidungen zu Fraktionsreputation, Begleitern und Upgrades wirken sich spürbar auf Verlauf und Kampfstil aus
Contra
-
Nur evolutionär, nicht revolutionär - Viele Gameplay-Elemente und Mechaniken ähneln Vorgängern stark
-
Narrative Schwächen - Story und Charakterentwicklung wirken stellenweise blass
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Progression kann träge wirken - Level- und Upgrade-Fortschritt fühlt sich in Teilen zu langsam an
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Wenig Abwechslung im Missionsdesign - Missionsstrukturen werden im späteren Spiel etwas repetitiv
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