
Dragonkin: The Banished
Dragonkin: The Banished ist ein klassischer Vertreter des Action-RPG-Genres (ARPG), der versucht, mit frischen Ideen wie einem modularen Skill-Grid und tiefgreifendem Loot-System neue Akzente zu setzen. Doch zwischen spannenden Build-Optionen und holpriger Präsentation schwankt das Spiel spürbar – und genau darin liegt seine größte Stärke, aber auch seine größte Schwäche.
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komplex, motivierend, aber nicht immer zugänglich
Im Kern liefert „Dragonkin: The Banished“ genau das, was Fans des Genres erwarten: Gegnerhorden werden bekämpft, Beute gesammelt und Charakter-Builds stetig optimiert. Besonders das Hex-Grid-Skillsystem sticht dabei hervor, da es euch ermöglicht, Fähigkeiten individuell anzupassen und miteinander zu kombinieren. Dieses System erinnert stellenweise an ein strategisches Puzzle, das sich ständig weiterentwickelt.
Legendäre und mythische Gegenstände greifen tief in die Spielmechanik ein und können euren Spielstil massiv verändern. Es kommt nicht selten vor, dass ein einzelner Item-Drop euren gesamten Build auf den Kopf stellt, etwa wenn Ressourcenmechaniken plötzlich komplett anders funktionieren und dadurch neue Spielweisen entstehen.
Allerdings zeigt sich das Spiel gerade zu Beginn von seiner sperrigen Seite. Es wirft euch sehr früh mit einer Vielzahl an Systemen und Menüs zu, ohne diese ausreichend zu erklären. Dadurch wirkt der Einstieg unnötig kompliziert und kann gerade für weniger erfahrene Spieler überfordernd sein. Auch das Skill-Grid, so interessant es grundsätzlich ist, kann mit zunehmender Komplexität unübersichtlich und teilweise sogar frustrierend werden.
Wer sich jedoch durch diese Anfangsphase kämpft, wird mit einem tiefgehenden und motivierenden Gameplay belohnt, das vor allem im späteren Verlauf seine Stärken voll ausspielt.
Grafisch solide, aber AA-typisch
Optisch bewegt sich „Dragonkin: The Banished“ klar im AA-Bereich. Die Spielwelt ist stimmungsvoll gestaltet und erfüllt ihren Zweck, ohne jedoch wirklich herausragende visuelle Highlights zu bieten. Es fehlt insgesamt etwas an Detailverliebtheit und Inszenierung, die man aus größeren Produktionen kennt.
Besonders auffällig sind die teilweise steifen Animationen, die vor allem bei Gegnern ins Auge fallen. Auch das Trefferfeedback im Kampf wirkt etwas schwach, wodurch Kämpfe nicht immer die gewünschte Wucht vermitteln. Die Inszenierung bleibt insgesamt funktional, erreicht aber selten ein wirklich packendes Niveau.
Auf der positiven Seite steht die technische Performance, die sich als erfreulich stabil erweist. Selbst in hektischen Kämpfen bleibt das Spiel gut spielbar und sorgt für ein flüssiges Erlebnis. Zudem ist das Kampfgeschehen stets gut lesbar, was gerade in einem ARPG ein wichtiger Faktor ist.
Content & Endgame – hier spielt das Spiel seine Stärke aus
Die Kampagne stellt sich als einer der schwächeren Aspekte des Spiels heraus. Die Geschichte bleibt weitgehend belanglos und schafft es selten, wirklich zu fesseln. Auch das Pacing zieht sich stellenweise deutlich in die Länge, wodurch sich der Fortschritt unnötig gestreckt anfühlt. Hinzu kommt ein eher durchwachsenes Voice Acting, das den Gesamteindruck zusätzlich schmälert.
Deutlich besser präsentiert sich hingegen das Endgame, in dem „Dragonkin: The Banished“ sein volles Potenzial entfaltet. Hier stehen euch verschiedene Aktivitäten zur Verfügung, darunter sogenannte Hunting Maps, die bekannte Inhalte mit neuen Fortschrittssystemen verknüpfen. Ergänzt wird dies durch Chaos-Missionen, die unterschiedliche Spielmodi bieten und sich in ihrer Schwierigkeit skalieren lassen. Zusätzlich sorgen Arena-Modi und riftähnliche Herausforderungen für langfristige Motivation.
Gerade im Endgame gewinnt auch das Loot-System deutlich an Tiefe. Gegenstände werden interessanter, Builds komplexer und die Synergien zwischen Fähigkeiten und Ausrüstung greifen immer besser ineinander. Hier entsteht der typische ARPG-Sog, der euch langfristig an das Spiel binden kann.
Testsystem
Co-op & Features
Der Koop-Modus funktioniert insgesamt überraschend stabil und trägt erheblich zum Spielspaß bei. Gemeinsam mit anderen Spielern entfaltet das Spiel eine ganz eigene Dynamik, die das Erlebnis deutlich aufwertet. Dennoch fehlt es an Komfortfunktionen, insbesondere an einem durchdachten Matchmaking-System, das das Zusammenspiel mit zufälligen Spielern erleichtern würde.
Als zusätzliche Mechanik bietet das Spiel ein City-Building-System, das als Form der Meta-Progression dient. Im Verlauf des Spiels sammelst du Ressourcen und schaltest Funktionen frei, mit denen du deine Stadt weiterentwickelst. Dabei geht es weniger um kreatives Bauen, sondern vielmehr um das gezielte Freischalten von Gameplay-Vorteilen.
Du kannst beispielsweise neue Gebäude oder Einrichtungen errichten, die dir zusätzliche Systeme zugänglich machen. Dazu gehören unter anderem Crafting-Optionen, Händlerfunktionen oder Möglichkeiten zur Verbesserung deiner Ausrüstung. Einige dieser Systeme sind anfangs noch gesperrt und werden erst im Laufe des Spiels freigeschaltet, was die Progression zusätzlich streckt.
📊 GPU Benchmarks (Max Settings)
Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, dass bestimmte Gebäude dir helfen, deine Builds weiter zu optimieren. Das kann etwa durch das Modifizieren von Items, das Veredeln von Ausrüstung oder das Freischalten zusätzlicher Mechaniken geschehen, die erst im späteren Spielverlauf relevant werden.

Dragonkin: The Banished
Positives
- +Sehr tiefgehendes Build-System
- +Motivierende Loot-Spirale im Endgame
- +Koop macht richtig Spaß
- +Gute Performance
Negatives
- -Schwacher Einstieg & Überforderung
- -Kampagne zieht sich stark
- -Teilweise clunky Animationen
- -UI & Systeme unnötig kompliziert
- -Voice Acting schwach
Fazit
Dragonkin: The Banished ist ein Spiel für Genre-Fans, die bereit sind, sich durch einen holprigen Einstieg zu kämpfen. Wer das tut, findet ein überraschend tiefes und motivierendes ARPG – alle anderen könnten früh abspringen.


