GreedFall: The Dying World
Review

GreedFall: The Dying World

Pubisher: Nacon • Developer: Spiders • Release: 24.09.2024
* Das Spiel wurde uns für das Review vom Publisher zur Verfügung gestellt
Fünf Jahre nach dem Überraschungserfolg von Greedfall kehrt das Studio Spiders gemeinsam mit Nacon zurück in seine barock-fantastische Kolonialwelt. GreedFall: The Dying World versucht dabei nicht einfach nur mehr vom Gleichen zu liefern, sondern krempelt zentrale Systeme um. Das Ergebnis ist ein Early-Access-RPG, das voller Ideen steckt, aber noch spürbar in der Entwicklungsphase steckt.

Taktik statt Dauergekloppe

Wer den Vorgänger Greedfall gespielt hat, merkt sofort: Das Kampfsystem wurde radikal umgebaut. Statt reinem Action-RPG-Feeling setzt GreedFall: The Dying World stärker auf taktische Gefechte. Kämpfe laufen in Echtzeit, lassen sich aber pausieren, um Befehle für die Gruppe festzulegen, ein Ansatz, der stark an Klassiker wie Dragon Age: Origins oder Star Wars: Knights of the Old Republic erinnert und mit Zoom-Optionen sogar leichte Baldur's Gate 3-Vibes erzeugt.

Das funktioniert grundsätzlich gut, vor allem weil man alle Gruppenmitglieder direkt steuern kann. Fähigkeiten, Aktionspunkte und Statusleisten sorgen für taktische Tiefe. Problem: Das Spiel erklärt seine Systeme miserabel. Tutorials sind spärlich, wichtige Mechaniken verstecken sich hinter kaum erklärten Tastenkombinationen. Wer Geduld mitbringt, wird belohnt, wer sofort loslegen will, fühlt sich anfangs verloren.

Schön, aber unfertig

Visuell schwankt das Spiel zwischen beeindruckend und altbacken. Charaktermodelle und Rüstungen sind detailreich, während Hintergründe in Dialogen teilweise seltsam verschwommen wirken. Animationen sind steif, UI-Elemente wirken unfertig, und technische Probleme wie Ruckler, lange Ladezeiten oder seltene Freezes trüben den Eindruck.

Kurz gesagt: Man sieht das Potenzial, aber auch die Baustellen. Für eine Early-Access-Version akzeptabel, für ein fertiges Spiel wäre es zu wenig.

Atmosphärisch und konsequent

Inhaltlich liefert das Spiel das, was Fans am Vorgänger mochten: politische Konflikte, kulturelle Spannungen und moralische Entscheidungen mit Konsequenzen. Besonders gelungen ist der Perspektivwechsel. Statt eines neutralen Kolonisators spielt man diesmal eine indigene Figur, wodurch die Welt deutlich persönlicher und emotionaler wirkt.

Quests lassen sich auf verschiedene Arten lösen - diplomatisch, taktisch oder brutal. Entscheidungen beeinflussen Fraktionen, Beziehungen und Questverläufe. Dieses System sorgt für echte Rollenspiel-Freiheit und motiviert zum Experimentieren.

Vielversprechender Rohdiamant

Aktuell umfasst der Early Access weniger als 20 Stunden Inhalt, wobei die Entwickler bereits angekündigt haben, dass dies nur ein Bruchteil des finalen Spiels ist. Der Charaktereditor ist flexibel und inklusiv, das Klassensystem vielseitig, und Nebenaktivitäten wie Schlösser knacken oder Fallen entschärfen erweitern das Gameplay angenehm.

Allerdings merkt man an vielen Stellen, dass Feinschliff fehlt: Balancing-Spitzen, KI-Aussetzer und gelegentliche Zielerfassungsprobleme können Kämpfe unnötig frustrierend machen.

GreedFall: The Dying World

Zusammenfassung

Präsentation (Grafik)
80%
Gameplay
75%
Inhalt
80%
Preis / Leistung
80%

Fazit

GreedFall: The Dying World ist kein fertiges Meisterwerk – sondern ein ambitioniertes Rollenspiel im Aufbau. Die Stärken liegen klar in Welt, Entscheidungsfreiheit und taktischer Tiefe. Die Schwächen: Technik, Balancing und Zugänglichkeit. Wer Early-Access-Titel mag und Lust hat, ein RPG beim Wachsen zu begleiten, findet hier schon jetzt ein spannendes Fundament. Wer ein rundes Erlebnis erwartet, sollte noch warten.
78.75%
PC - Steam
Zum Angebot *
Pro
+
Atmosphärische Spielwelt mit spannender Perspektive als indigene Hauptfigur
+
Entscheidungen haben spürbare Konsequenzen für Story und Fraktionen
+
Taktisches Kampfsystem mit Gruppensteuerung und Pausenfunktion
+
Viele Lösungswege für Quests (Diplomatie, Kampf, Strategie)
+
Solides Klassen- und Fähigkeitensystem
+
Umfangreicher Charaktereditor mit inklusiven Optionen
+
Bereits im Early Access ordentlicher Umfang und großes Ausbaupotenzial
Contra
-
Technisch noch deutlich unfertig (Ruckler, Ladezeiten, seltene Freezes)
-
Schwaches Tutorial und unnötig komplizierter Einstieg
-
Teilweise veraltete Animationen und UI
-
KI- und Zielerfassungsprobleme
-
Aktuell noch begrenzter Content durch Early-Access-Status
* In diesem Artikel sind Partner-Links enthalten, wir kennzeichnen ihn daher als Werbung. Durch einen Klick darauf gelangt ihr direkt zum Anbieter. Solltet ihr euch dort für einen Kauf entscheiden, erhalten wir eine kleine Provision. Für euch ändert sich am Preis nichts. Danke für eure Unterstützung!

Neuste Artikel