
John Carpenter’s Toxic Commando
Horde-Shooter mit Roadtrip-Feeling
Im Kern ist John Carpenter’s Toxic Commando ein kooperativer First-Person-Shooter für bis zu vier Spieler, der klar auf gemeinsames Chaos ausgelegt ist. Spieler übernehmen die Rolle einer Gruppe von Söldnern, die in einer von einer katastrophalen Energieexperiment-Panne zerstörten Welt gegen groteske Kreaturen kämpfen müssen. Die Geschichte dient dabei eher als Rahmen für das eigentliche Geschehen und tritt schnell in den Hintergrund, sobald die erste Horde über den Bildschirm schwappt.
Interessant ist vor allem die Struktur der Missionen. Anders als viele klassische Horde-Shooter setzt das Spiel nicht auf strikt lineare Levels, sondern auf größere, offene Karten mit mehreren Zielen und optionalen Aufgaben. Diese Missionsstruktur erinnert stellenweise an Einsätze aus Helldivers 2, bei denen Spieler selbst entscheiden können, ob sie direkt auf das Hauptziel stürmen oder zunächst die Umgebung erkunden, Ressourcen sammeln und Nebenaufgaben erledigen.
Ein besonders erfrischendes Element sind die Fahrzeuge. Auf den Karten lassen sich verschiedene Fahrzeuge finden, die nicht nur als Transportmittel dienen, sondern teilweise auch mit besonderen Funktionen ausgestattet sind. Einige Modelle verfügen über montierte Waffen oder verstärkte Panzerung, während andere beispielsweise Seilwinden besitzen, mit denen sich Hindernisse beseitigen lassen. Dadurch entsteht ein kleines Roadtrip-Gefühl innerhalb der Missionen, das dem Genre eine willkommene Abwechslung verleiht.
Der Gameplay-Loop funktioniert insgesamt erstaunlich gut. Spieler erkunden die Karte, erledigen Ziele, kämpfen sich durch Horden von Gegnern und sichern dabei Ressourcen, die später in Upgrades investiert werden können. Besonders im Koop entsteht dadurch ein dynamischer Spielfluss, der ständig zwischen hektischen Gefechten und kurzen Erkundungsphasen wechselt. Wer alleine unterwegs ist, kann das Spiel zwar ebenfalls genießen, merkt aber schnell, dass Toxic Commando klar für Teamplay konzipiert wurde.
Solo-Spiel mit Bots und Matchmaking
Auch wenn John Carpenter’s Toxic Commando klar als Koop-Erlebnis konzipiert wurde, lässt sich das Spiel problemlos alleine starten. Wer keine feste Gruppe zur Hand hat, muss sich also nicht zwangsläufig mit zufälligen Spielern zusammenschließen. Startet man eine Mission, wird das Team entweder automatisch über Matchmaking mit anderen Spielern aufgefüllt oder, falls keine Mitspieler dazukommen oder man dies nicht wünscht, mit KI-Bots ergänzt. Diese Bots übernehmen dabei die Rolle vollwertiger Teammitglieder und begleiten euch durch die gesamte Mission.
Erfreulicherweise machen die KI-Kameraden auf dem Schlachtfeld eine erstaunlich gute Figur. Sie beteiligen sich aktiv an Kämpfen, unterstützen bei großen Gegnerwellen und reagieren zuverlässig, wenn ein Teammitglied zu Boden geht. Gerade in hektischen Gefechten kann man sich darauf verlassen, dass ein Bot zur Stelle ist, um einen wieder auf die Beine zu bringen.
Darüber hinaus lassen sich die Bots bei bestimmten Interaktionen sogar gezielt einsetzen. Einige Aufgaben in den Missionen, etwa das Bedienen von Objekten oder das Reparieren von Gegenständen mit wertvollen Werkzeugen, können durch einen einfachen Befehl an die KI delegiert werden. Dadurch fühlt sich das Spiel auch ohne menschliche Mitspieler selten frustrierend an. Natürlich erreicht die Dynamik eines eingespielten Teams aus echten Spielern noch einmal ein anderes Niveau, doch für Solo-Spieler liefert Toxic Commando eine solide Alternative, die den Spielfluss auf dem normalen Schwierigkeitsgrad kaum ausbremst. Sollte man sich in schweres Terrain wagen, so kapituliert auch hier die KI irgendwann.
Laut, brutal und direkt
Das Schießgefühl gehört zweifellos zu den größten Stärken des Spiels. Waffen besitzen spürbares Gewicht, der Rückstoß fühlt sich glaubwürdig an und jeder Treffer wird mit sichtbaren Reaktionen der Gegner quittiert. Die Entwickler von Saber Interactive haben hier ihre Erfahrung aus früheren Titeln wie World War Z deutlich eingebracht. Besonders beeindruckend ist das Trefferfeedback. Gegner reagieren auf Einschläge, taumeln unter Beschuss oder verlieren im wahrsten Sinne des Wortes einzelne Körperteile. Blut und Schleim spritzen in übertriebener Menge über den Bildschirm, was perfekt zum bewusst trashigen Stil des Spiels passt. Dieses visuelle Feedback sorgt dafür, dass selbst längere Gefechte nicht an Intensität verlieren.
Auch das Waffenarsenal ist grundsätzlich abwechslungsreich gestaltet. Neben klassischen Sturmgewehren und Pumpguns stehen auch schwerere Waffen zur Verfügung, die speziell für große Gegnergruppen gedacht sind. Einige experimentelle Waffen erweitern das Arsenal zusätzlich und unterstreichen die überdrehte Atmosphäre der Spielwelt. Ein kleiner Kritikpunkt bleibt jedoch bestehen: Wer bereits viel Zeit mit World War Z verbracht hat, wird feststellen, dass einige Waffenmodelle und Animationen sehr vertraut wirken. Das ist zwar funktional und keineswegs schlecht umgesetzt, nimmt dem Spiel aber ein wenig von seiner Eigenständigkeit.
Klassen, Progression und Langzeitmotivation
Ein weiterer wichtiger Bestandteil von Toxic Commando ist das Klassen- und Fortschrittssystem. Zum Start stehen mehrere Klassen zur Verfügung, die unterschiedliche Rollen im Team einnehmen können. Einige Spezialisierungen konzentrieren sich darauf, große Gegnergruppen unter Kontrolle zu halten, während andere mehr Schaden austeilen oder unterstützende Fähigkeiten für das Team bereitstellen. Interessant ist dabei, dass Charaktere nicht fest an eine Klasse gebunden sind. Spieler können ihren Lieblingscharakter also weiterhin verwenden und gleichzeitig unterschiedliche Rollen ausprobieren. Dieses System sorgt für eine gewisse Flexibilität und lädt dazu ein, verschiedene Spielstile auszuprobieren.
Der Fortschritt im Spiel erfolgt über mehrere Ebenen. Waffen sammeln Erfahrungspunkte und lassen sich mit der Zeit verbessern, während Klassen neue Fähigkeiten freischalten. Zusätzlich können Aufsätze und Modifikationen für Waffen erworben werden, die das Verhalten der Ausrüstung verändern oder zusätzliche Vorteile bieten. Besonders motivierend ist dabei das XP-System innerhalb der Missionen. Spieler erhalten nicht einfach eine feste Belohnung für das Abschließen eines Levels, sondern werden dafür belohnt, wie viel sie tatsächlich erledigen. Wer nur die Hauptmission abschließt, erhält deutlich weniger Fortschritt als ein Team, das die Karte gründlich erkundet und Nebenaufgaben erledigt. Dadurch entsteht ein natürlicher Anreiz, jede Mission möglichst vollständig auszunutzen.
Technik
Technisch hinterlässt John Carpenter’s Toxic Commando insgesamt einen sehr soliden Eindruck. Die Umgebungen sind detailreich gestaltet und vermitteln mit zerstörten Gebäuden, verseuchten Landschaften und industriellen Ruinen eine glaubwürdige Endzeitstimmung. Viele Areale wirken schmutzig, kaputt und gefährlich, was hervorragend zur Geschichte eines fehlgeschlagenen Energieexperiments passt. Besonders beeindruckend sind die großen Gegnerhorden. Dutzende, teilweise sogar hunderte Kreaturen können gleichzeitig auf dem Bildschirm erscheinen, ohne dass das Spiel dabei massiv an Performance verliert. Explosionen, Partikeleffekte und dynamische Beleuchtung sorgen zusätzlich für spektakuläre Gefechte.
Die Farbpalette setzt bewusst auf starke Kontraste. Neonlichter, giftige Schlammflächen und grelle Explosionen sorgen für einen Look, der gleichzeitig modern und bewusst überzeichnet wirkt. Dadurch hebt sich das Spiel visuell von vielen anderen Shootern ab, die eher auf realistische Farbgebung setzen. Auch technisch zeigte sich das Spiel im Test überraschend stabil. Selbst in intensiven Gefechten mit vielen Gegnern blieb die Framerate konstant hoch, was gerade für einen schnellen First-Person-Shooter enorm wichtig ist. Einige Komfortoptionen fehlen allerdings noch oder wirken zum Start etwas eingeschränkt, was insbesondere PC-Spieler bemerken könnten.
Ein entscheidender Faktor für die Atmosphäre des Spiels ist der Soundtrack. Die Musik setzt stark auf Synthesizer und erinnert bewusst an klassische Filmmusik aus den Werken von John Carpenter. Die pulsierenden Beats treiben das Spieltempo zusätzlich an und verleihen großen Gefechten eine fast filmische Intensität. Auch die Soundeffekte tragen ihren Teil zur Atmosphäre bei. Waffen klingen kräftig und laut, Monster stoßen schrille Schreie aus und Explosionen lassen die Umgebung regelrecht erzittern. Das gesamte Klangbild ist bewusst überzeichnet und unterstützt den übertriebenen Actionstil des Spiels. Die Dialoge der Charaktere setzen ebenfalls auf Humor und Übertreibung. Die Mitglieder des Toxic-Commando-Teams kommentieren das Geschehen regelmäßig mit bissigen Sprüchen oder sarkastischen Bemerkungen. Das wirkt nicht immer subtil, passt aber perfekt zum bewusst trashigen Ton des Spiels.
Unser Testsystem
| Komponente | Modell |
|---|---|
| CPU | AMD Ryzen 7 7800X3D |
| GPU | NVIDIA RTX 5070 Ti |
| RAM | 32 GB DDR5 6000 CL30 |
| Speicher | NVMe SSD |
| Betriebssystem | Windows 11 |
| Auflösung im Test | 2560x1440 |
| Upscaling | DLSS |
Bildergalerie








Performance-Empfehlungen (RTX 5070 Ti / 7800X3D)
| Setting-Profil | Auflösung | Grafikpreset | Upscaling | Erwartete FPS | Beschreibung |
|---|---|---|---|---|---|
| Max FPS | 1440p | Hoch | DLSS Performance | 170–220 FPS | Ideal für High-Refresh-Monitore |
| Max Grafik | 1440p | Ultra | DLSS Quality | 110–140 FPS | Maximale Details ohne spürbare Ruckler |
| Leistung/Qualität | 1440p | Sehr Hoch | DLSS Balanced | 140–170 FPS | Beste Balance aus Optik und Performance |





