Da der Titel in Deutschland nicht käuflich ist, habe ich mich entschieden den Release, mit einem schon länger anstehenden Besuch eines Bekannten in den Staaten, zu verknüpfen. Also rauf in den Flieger, auf den Release warten, eine Runde zocken und dann wieder zurück nach Hause!
Gameplay und Verbesserungen: Das Herzstück von „Dead Rising“ ist immer noch Frank West, der investigative Fotojournalist, der im Willamette Parkview Mall festsitzt und versucht, die Ursprünge des Zombieausbruchs aufzudecken. Die besondere Zeitmechanik, die den Spieler zwingt, kluge Entscheidungen zu treffen und strategisch zu handeln, ist nach wie vor erhalten. Es bleibt der Balanceakt zwischen Hauptquests, den sogenannten „Cases“, und den optionalen Nebenmissionen („Scoops“), bei denen Frank entscheidet, welche Überlebenden er retten kann.
Die größte Stärke des Remasters liegt in den Gameplay-Optimierungen. Die Steuerung wurde komplett überarbeitet und fühlt sich viel flüssiger und moderner an. Frank kann nun einfacher und schneller durch die Zombiehorden manövrieren, und auch das Kämpfen, besonders die Bosskämpfe, wurden stark verbessert. Zudem wurde das Frustrationspotenzial durch die KI-Verbesserungen der Überlebenden stark reduziert, da sie sich jetzt geschickter und zuverlässiger verhalten.
Ein interessantes neues Feature ist das Affinitätssystem, das Überlebenden ermöglicht, mit bestimmten Waffen und Gegenständen effektiver zu agieren. Das macht das Retten dieser Charaktere dynamischer und ein Stück weit spannender, auch wenn Veteranen des Spiels das Feature vielleicht als weniger essentiell empfinden.
Grafik und Sound: Visuell glänzt das Remaster, nicht nur durch die höheren Auflösungen, sondern auch durch die Detailtiefe in den Umgebungen. Die Malls wirken dichter und lebendiger, mit mehr Dekorationen und realistischeren Lichtverhältnissen, insbesondere bei Nacht. Auch die Soundkulisse wurde überarbeitet, wobei jedoch die neuen Synchronsprecher nicht bei allen Fans gut ankommen. Viele vermissen die Originalstimmen, insbesondere die von Frank West. Das neue Voiceover wirkt manchmal weniger leidenschaftlich und verleiht dem Spiel weniger Charme als das Original.
Herausforderungen und Kritikpunkte: Ein möglicher Kritikpunkt ist, dass einige Spieler die Vereinfachung des Schwierigkeitsgrades negativ sehen könnten. Die neue KI und Steuerung machen das Spiel zwar zugänglicher, aber auch weniger anspruchsvoll. Besonders alteingesessene Fans könnten das Gefühl haben, dass ein Teil der Herausforderung verloren gegangen ist.
Auch die Nachtsequenzen, so atmosphärisch sie sind, könnten für einige Spieler zu dunkel wirken, was die Orientierung erschwert. Der neue, weniger farbenfrohe Stil des Spiels ist Geschmacksache und teilt möglicherweise die Community.



