Warum Hugh überhaupt auf dem Mond ist
Die Handlung von PRAGMATA setzt damit ein, dass Hugh Williams als Teil eines Teams zur Untersuchung einer Mondbasis entsandt wird. Diese Anlage gehört einem Konzern, der dort einen besonderen Rohstoff abbaut, ein Material, mit dem sich nahezu alles erschaffen lässt: von Maschinen über Androiden bis hin zu ganzen Umgebungen. Als der Kontakt zur Station plötzlich abbricht, wird Hugh gemeinsam mit seiner Crew losgeschickt, um herauszufinden, was passiert ist.

Schon bei der Ankunft wird klar, dass etwas gewaltig schiefgelaufen ist. Die Basis wirkt verlassen, Systeme spielen verrückt, und kurz darauf eskaliert die Situation vollständig. Hugh ist plötzlich auf sich allein gestellt und muss sich in einer Umgebung zurechtfinden, die von feindlichen Maschinen und einer außer Kontrolle geratenen KI names IDUS beherrscht wird.

In diesem Chaos trifft er auf Diana, eine ungewöhnliche Androidin mit kindlicher Persönlichkeit. Sie ist nicht nur der emotionale Gegenpol zu Hugh, sondern auch der Schlüssel zum Überleben. Durch ihre Fähigkeit, Systeme und Gegner zu hacken, wird sie zu einem unverzichtbaren Teil des Duos. Gemeinsam versuchen sie nicht nur, die Geheimnisse der Station zu lüften, sondern auch einen Weg zurück zur Erde zu finden.
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Was als klassische Rettungs- und Ermittlungsmission beginnt, entwickelt sich im Verlauf zu einer persönlicheren Geschichte über Vertrauen, Verantwortung und die Frage, was Menschlichkeit eigentlich bedeutet ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen oder wichtige Wendungen vorwegzunehmen.
Wenn Action und Puzzle ineinandergreifen
Das Gameplay ist ohne Frage die größte Stärke von PRAGMATA. Die Kombination aus Third-Person-Shooter und Hack-Puzzle wirkt auf dem Papier sperrig, funktioniert in der Praxis aber erstaunlich flüssig. Während Hugh die Waffen bedient, hackt Diana Gegner in Echtzeit und genau dieses Zusammenspiel sorgt für die besondere Dynamik.

Anfangs braucht es etwas Eingewöhnung, doch sobald das System klickt, entfaltet sich ein bemerkenswerter Flow. Kämpfe werden zu einem Zusammenspiel aus Bewegung, Timing und taktischer Planung. Besonders in späteren Abschnitten, wenn mehrere Gegnertypen gleichzeitig angreifen, zeigt das System seine ganze Stärke. Hier jongliert man zwischen Hack-Routen, Spezialfähigkeiten und Waffeneinsatz und genau dann fühlt sich PRAGMATA am besten an.
Ein großer Pluspunkt: Die Vielfalt. Unterschiedliche Waffen, Mods und sogenannte Nodes verändern das Gameplay spürbar. Gegner gegeneinander aufhetzen, sie kurzzeitig lahmlegen oder massiven Schaden vorbereiten, das System bleibt lange frisch. Auch Bosskämpfe profitieren davon und verlangen deutlich mehr Präzision.
Aber: Nicht alles ist rund. Einige Kämpfe wiederholen sich, und gerade auf dem Standard-Schwierigkeitsgrad fehlt oft der echte Druck. Zudem können Mechaniken wie lange Nachladezeiten oder leicht vorhersehbare Encounter den Spielfluss ausbremsen. Wer mehr Herausforderung sucht, wird erst im später freischaltbaren höheren Schwierigkeitsgrad wirklich gefordert.

Zwischen Herz und verpassten Chancen
Diana ist klar das emotionale Zentrum des Spiels. Ihre kindliche Neugier, ihre kleinen Kommentare und Interaktionen, sei es beim Erkunden oder im Hub, verleihen dem Spiel eine unerwartete Wärme. Viele ruhige Momente, etwa Gespräche oder kleine spielerische Interaktionen, gehören zu den stärksten Szenen des Spiels.

Und doch bleibt die Story insgesamt hinter ihren Möglichkeiten zurück. Gerade zu Beginn wirkt vieles generisch und vorhersehbar. Erst im letzten Drittel nimmt die Handlung spürbar Fahrt auf und liefert emotionalere Momente, die besser im Gedächtnis bleiben. Trotzdem entsteht der Eindruck, dass hier mehr Tiefe möglich gewesen wäre – besonders im Worldbuilding und bei einigen Nebenfiguren.
Visuell beeindruckend, technisch fordernd
Optisch spielt PRAGMATA ganz oben mit. Die RE Engine liefert erneut beeindruckende Ergebnisse: detailreiche Umgebungen, starke Lichteffekte und kreative Leveldesigns. Besonders hervorzuheben ist die Vielfalt, von sterilen Forschungsanlagen bis hin zu surrealen, „gedruckten“ Landschaften wirkt alles eigenständig und frisch.
Auf dem PC zeigt sich jedoch auch: Die Technik fordert ihren Tribut. Mit aktivierten High-End-Features wie Path Tracing wird selbst starke Hardware ordentlich beansprucht. Ohne diese Features bleibt das Spiel aber weiterhin sehr hübsch und läuft deutlich stabiler.
Das Gegnerdesign ist ebenfalls ein Highlight! Jede Maschine hat ihren eigenen Stil und verändert sich sichtbar, sobald sie gehackt wurde. Dazu kommt ein starker Soundtrack und eine hochwertige Soundkulisse, die Kämpfe und Atmosphäre gleichermaßen unterstützen.
Angenehm kompakt, sinnvoll aufgebaut
Mit etwa 10 bis 20 Stunden Spielzeit (je nach Spielstil) trifft PRAGMATA eine gute Balance. Es streckt sich nicht künstlich, sondern bleibt durchgehend fokussiert. Neben der Hauptstory gibt es optionale Herausforderungen, Upgrades und kleinere Aktivitäten im Hub-Bereich.
Gerade das Fortschrittssystem überzeugt: Upgrades fühlen sich sinnvoll an, Grinding bleibt aus, und man hat nie das Gefühl, Zeit zu verschwenden. Die Shelter-Hub-Welt bietet zusätzlich kleine, charmante Momente, etwa Interaktionen mit Diana oder das Sammeln von Gegenständen, die die Umgebung persönlicher machen.

Weniger gelungen ist hingegen die Navigation: Das Map-System kann unübersichtlich sein, und Backtracking wirkt manchmal unnötig umständlich. Auch einige Gameplay-Systeme fühlen sich nicht ganz zu Ende gedacht an.






