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PRAGMATA

Fünf Jahre Entwicklungszeit, mehrere Verschiebungen und große Erwartungen: PRAGMATA musste liefern und tut das in vielen Bereichen überraschend gut. Capcom wagt sich hier an eine neue Marke, die bewusst eigene Wege geht. Herausgekommen ist ein ungewöhnlicher Genre-Mix, der sich nicht immer perfekt anfühlt, aber genau dadurch auffällt. Zwischen emotionaler Charakterdynamik, kreativem Gameplay und kleineren Designschwächen steckt hier ein Spiel, das man nicht so schnell vergisst.

PRAGMATA

Warum Hugh überhaupt auf dem Mond ist

Die Handlung von PRAGMATA setzt damit ein, dass Hugh Williams als Teil eines Teams zur Untersuchung einer Mondbasis entsandt wird. Diese Anlage gehört einem Konzern, der dort einen besonderen Rohstoff abbaut, ein Material, mit dem sich nahezu alles erschaffen lässt: von Maschinen über Androiden bis hin zu ganzen Umgebungen. Als der Kontakt zur Station plötzlich abbricht, wird Hugh gemeinsam mit seiner Crew losgeschickt, um herauszufinden, was passiert ist.

PRAGMATA

Schon bei der Ankunft wird klar, dass etwas gewaltig schiefgelaufen ist. Die Basis wirkt verlassen, Systeme spielen verrückt, und kurz darauf eskaliert die Situation vollständig. Hugh ist plötzlich auf sich allein gestellt und muss sich in einer Umgebung zurechtfinden, die von feindlichen Maschinen und einer außer Kontrolle geratenen KI names IDUS beherrscht wird.

PRAGMATA

In diesem Chaos trifft er auf Diana, eine ungewöhnliche Androidin mit kindlicher Persönlichkeit. Sie ist nicht nur der emotionale Gegenpol zu Hugh, sondern auch der Schlüssel zum Überleben. Durch ihre Fähigkeit, Systeme und Gegner zu hacken, wird sie zu einem unverzichtbaren Teil des Duos. Gemeinsam versuchen sie nicht nur, die Geheimnisse der Station zu lüften, sondern auch einen Weg zurück zur Erde zu finden.

PRAGMATAPRAGMATA

Was als klassische Rettungs- und Ermittlungsmission beginnt, entwickelt sich im Verlauf zu einer persönlicheren Geschichte über Vertrauen, Verantwortung und die Frage, was Menschlichkeit eigentlich bedeutet ohne dabei zu sehr ins Detail zu gehen oder wichtige Wendungen vorwegzunehmen.

Wenn Action und Puzzle ineinandergreifen

Das Gameplay ist ohne Frage die größte Stärke von PRAGMATA. Die Kombination aus Third-Person-Shooter und Hack-Puzzle wirkt auf dem Papier sperrig, funktioniert in der Praxis aber erstaunlich flüssig. Während Hugh die Waffen bedient, hackt Diana Gegner in Echtzeit und genau dieses Zusammenspiel sorgt für die besondere Dynamik.

PRAGMATA

Anfangs braucht es etwas Eingewöhnung, doch sobald das System klickt, entfaltet sich ein bemerkenswerter Flow. Kämpfe werden zu einem Zusammenspiel aus Bewegung, Timing und taktischer Planung. Besonders in späteren Abschnitten, wenn mehrere Gegnertypen gleichzeitig angreifen, zeigt das System seine ganze Stärke. Hier jongliert man zwischen Hack-Routen, Spezialfähigkeiten und Waffeneinsatz und genau dann fühlt sich PRAGMATA am besten an.

Ein großer Pluspunkt: Die Vielfalt. Unterschiedliche Waffen, Mods und sogenannte Nodes verändern das Gameplay spürbar. Gegner gegeneinander aufhetzen, sie kurzzeitig lahmlegen oder massiven Schaden vorbereiten, das System bleibt lange frisch. Auch Bosskämpfe profitieren davon und verlangen deutlich mehr Präzision.

Aber: Nicht alles ist rund. Einige Kämpfe wiederholen sich, und gerade auf dem Standard-Schwierigkeitsgrad fehlt oft der echte Druck. Zudem können Mechaniken wie lange Nachladezeiten oder leicht vorhersehbare Encounter den Spielfluss ausbremsen. Wer mehr Herausforderung sucht, wird erst im später freischaltbaren höheren Schwierigkeitsgrad wirklich gefordert.

PRAGMATA

Zwischen Herz und verpassten Chancen

Diana ist klar das emotionale Zentrum des Spiels. Ihre kindliche Neugier, ihre kleinen Kommentare und Interaktionen, sei es beim Erkunden oder im Hub, verleihen dem Spiel eine unerwartete Wärme. Viele ruhige Momente, etwa Gespräche oder kleine spielerische Interaktionen, gehören zu den stärksten Szenen des Spiels.

PRAGMATA

Und doch bleibt die Story insgesamt hinter ihren Möglichkeiten zurück. Gerade zu Beginn wirkt vieles generisch und vorhersehbar. Erst im letzten Drittel nimmt die Handlung spürbar Fahrt auf und liefert emotionalere Momente, die besser im Gedächtnis bleiben. Trotzdem entsteht der Eindruck, dass hier mehr Tiefe möglich gewesen wäre – besonders im Worldbuilding und bei einigen Nebenfiguren.

Visuell beeindruckend, technisch fordernd

Optisch spielt PRAGMATA ganz oben mit. Die RE Engine liefert erneut beeindruckende Ergebnisse: detailreiche Umgebungen, starke Lichteffekte und kreative Leveldesigns. Besonders hervorzuheben ist die Vielfalt, von sterilen Forschungsanlagen bis hin zu surrealen, „gedruckten“ Landschaften wirkt alles eigenständig und frisch.

Auf dem PC zeigt sich jedoch auch: Die Technik fordert ihren Tribut. Mit aktivierten High-End-Features wie Path Tracing wird selbst starke Hardware ordentlich beansprucht. Ohne diese Features bleibt das Spiel aber weiterhin sehr hübsch und läuft deutlich stabiler.

Das Gegnerdesign ist ebenfalls ein Highlight! Jede Maschine hat ihren eigenen Stil und verändert sich sichtbar, sobald sie gehackt wurde. Dazu kommt ein starker Soundtrack und eine hochwertige Soundkulisse, die Kämpfe und Atmosphäre gleichermaßen unterstützen.

CPU
Ryzen 7 7800X3D
GPU
RTX 5070 Ti
RAM
32GB DDR5 6000 MHz CL30
Mainboard
ASUS ROG STRIX B650E-F GAMING WIFI
SSD
4TB Samsung Evo Pro NVMe
OS
Windows 11
Monitor
ASUS ROG Swift PG32UCDMZ 32 Zoll 4K QD-OLED
Auflösung
2160p

Angenehm kompakt, sinnvoll aufgebaut

Mit etwa 10 bis 20 Stunden Spielzeit (je nach Spielstil) trifft PRAGMATA eine gute Balance. Es streckt sich nicht künstlich, sondern bleibt durchgehend fokussiert. Neben der Hauptstory gibt es optionale Herausforderungen, Upgrades und kleinere Aktivitäten im Hub-Bereich.

Gerade das Fortschrittssystem überzeugt: Upgrades fühlen sich sinnvoll an, Grinding bleibt aus, und man hat nie das Gefühl, Zeit zu verschwenden. Die Shelter-Hub-Welt bietet zusätzlich kleine, charmante Momente, etwa Interaktionen mit Diana oder das Sammeln von Gegenständen, die die Umgebung persönlicher machen.

PRAGMATA

Weniger gelungen ist hingegen die Navigation: Das Map-System kann unübersichtlich sein, und Backtracking wirkt manchmal unnötig umständlich. Auch einige Gameplay-Systeme fühlen sich nicht ganz zu Ende gedacht an.

1080p Max FPS
170 FPS
1440p Max FPS
135 FPS
4K Max FPS
95 FPS
1080p Max Settings
85 FPS
1440p Max Settings
62 FPS
4K Max Settings
42 FPS

PRAGMATA

PRAGMATA
86
💎Großartig

PRAGMATA

Publisher: Capcom • Developer: Capcom 17.4.2026
ps
xb
pc
Grafik95%
Gameplay90%
Inhalt80%
Preis / Leistung80%

Positives

  • +Innovatives und tiefgehendes Kampfsystem, das Action und Puzzle sinnvoll kombiniert
  • +Starke Dynamik zwischen Hugh und Diana mit vielen emotionalen Momenten
  • +Kreatives, abwechslungsreiches Leveldesign mit hohem Wiedererkennungswert
  • +Sinnvolles Progressionssystem ohne unnötigen Grind
  • +Hochwertige audiovisuelle Präsentation (Grafik, Soundtrack, Design)
  • +Technisch auf dem PC mit hohen Einstellungen sehr anspruchsvoll

Negatives

  • -Story bleibt über weite Strecken vorhersehbar und nutzt ihr Potenzial nicht voll aus
  • -Gameplay kann sich in längeren Sessions stellenweise wiederholen
  • -Einige Designentscheidungen (Map, Checkpoints, Komfortfunktionen) wirken unausgereift

Fazit

PRAGMATA ist ein Spiel voller Ideen und genau das macht es so spannend. Es ist kein perfektes Gesamtpaket, aber eines mit Charakter. Das innovative Gameplay trägt das Erlebnis über weite Strecken, während die Beziehung zwischen Hugh und Diana für emotionale Highlights sorgt. Gleichzeitig bleibt ein leicht bitterer Beigeschmack: Die Story hätte mutiger sein können, einige Designentscheidungen wirken unfertig, und nicht jede Mechanik zündet vollständig. Dennoch überwiegt am Ende der positive Eindruck. Für Fans von ungewöhnlichen Gameplay-Konzepten und Sci-Fi-Abenteuern ist PRAGMATA definitiv einen Blick wert und vielleicht sogar der Start einer Reihe, die beim nächsten Mal ihr volles Potenzial ausschöpft.

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