
Legacy of Kain: Defiance Remastered
Kain & Raziel - 2 Charaktere, 1 Schicksal
Die Geschichte setzt unmittelbar nach den Ereignissen von Legacy of Kain: Soul Reaver 2 ein und führt die komplexe Zeitreisehandlung der Reihe konsequent weiter. Erstmals übernehmen Spieler abwechselnd die Kontrolle über beide zentralen Figuren der Serie: den mächtigen Vampirlord Kain und den geisterhaften Raziel. Die Handlung ist dicht, philosophisch und voller Wendungen, was zwar für eine beeindruckende erzählerische Tiefe sorgt, gleichzeitig aber auch bedeutet, dass Neueinsteiger ohne Kenntnisse der Vorgänger möglicherweise Schwierigkeiten haben werden, den Überblick zu behalten.
Die Inszenierung überzeugt hingegen auch heute noch auf ganzer Linie. Die Dialoge sind dramatisch, manchmal fast schon theatralisch geschrieben und werden von den hervorragenden Sprechern getragen. Besonders die Leistungen von Simon Templeman als Kain (DE: Martin Kessler - Nicolas Cage) und Michael Bell als Raziel (DE: Udo Schenk - Ralph Fiennes) verleihen den Figuren eine Präsenz, die selbst viele moderne Spiele vermissen lassen. Unterstützt wird diese Atmosphäre durch einen orchestral geprägten Soundtrack, der die düstere Welt von Nosgoth perfekt untermalt.
Der Wechsel zwischen Kain und Raziel
Spieler wechseln im Verlauf der Kampagne regelmäßig zwischen Kain und Raziel, wodurch sich das Gameplay immer wieder leicht verändert. Kain konzentriert sich stärker auf direkte Konfrontationen und nutzt seine übernatürliche Stärke, um Gegner mit verschiedenen Waffen und Angriffstechniken zu bekämpfen. Raziel hingegen besitzt die Fähigkeit, zwischen der physischen Welt und der spektralen Dimension zu wechseln, wodurch sich zahlreiche Rätsel und alternative Wege innerhalb der Level ergeben.
Gerade diese Mechanik gehört zu den kreativsten Elementen des Spiels. Beim Wechsel in die Geisterwelt verändern sich Räume und Strukturen sichtbar, wodurch zuvor unpassierbare Bereiche zugänglich werden. Diese Momente sorgen auch heute noch für interessante Puzzlepassagen und geben Raziels Abschnitten eine besondere Dynamik.
Das Kampfsystem wirkt allerdings aus heutiger Sicht etwas simpel. Die Kämpfe bestehen größtenteils aus wiederkehrenden Angriffskombinationen mit wenigen Variationen, wodurch sich Gefechte im späteren Verlauf der Kampagne recht ähnlich anfühlen können. Zwar stehen verschiedene Waffen, Elementangriffe und telekinetische Fähigkeiten zur Verfügung, doch insgesamt fehlt es dem Kampfsystem an der Tiefe und Vielfalt moderner Actionspiele.
Lineares Abenteuer voraus
Im Vergleich zu früheren Teilen der Serie setzt Defiance stärker auf eine lineare Struktur. Während ältere Spiele der Reihe noch stärker auf offene Areale und freie Erkundung setzten, führt das Remaster die Spieler meist klar von Abschnitt zu Abschnitt.
Das sorgt einerseits für einen angenehmen Spielfluss, da man sich selten komplett orientierungslos fühlt. Andererseits führt dieses Design dazu, dass Spieler einige Gebiete mehrfach durchqueren müssen, da sowohl Kain als auch Raziel bestimmte Orte im Verlauf der Handlung besuchen. Dadurch entsteht gelegentlich ein gewisses Gefühl von Wiederholung, insbesondere wenn längere Passagen ohne größere Ereignisse zurückgelegt werden müssen.
Trotzdem überzeugt die Welt weiterhin durch ihre düstere Atmosphäre und ihr markantes Gothic-Design, das bis heute einen wichtigen Teil der Identität der Reihe ausmacht.
Was ist nun Remastered?
Das Remaster konzentriert sich in erster Linie darauf, die Optik des Originals zu modernisieren, ohne den ursprünglichen Stil zu verändern. Charaktermodelle wurden deutlich überarbeitet und wirken nun wesentlich schärfer und detaillierter als im Originalspiel. Besonders Kain und Raziel profitieren von den Verbesserungen, da ihre Modelle nun wesentlich mehr Details und klarere Texturen aufweisen.
Bei den Umgebungen fällt der grafische Fortschritt dagegen etwas weniger deutlich aus. Einige Texturen wurden zwar hochskaliert oder überarbeitet, dennoch lässt sich an manchen Stellen nicht verbergen, dass das Grunddesign aus den frühen 2000er Jahren stammt.
Eine der wichtigsten Verbesserungen ist die neue, frei steuerbare Kamera. Während das Original stark auf feste Kameraperspektiven setzte, erlaubt das Remaster nun eine moderne Third-Person-Kamera, die sich jederzeit frei bewegen lässt. Dadurch wird sowohl die Orientierung als auch das Kampfsystem deutlich angenehmer.
Ein zusätzliches Detail dürfte besonders Nostalgiker freuen: Die Grafik kann jederzeit per Knopfdruck auf die originale Darstellung aus dem Jahr 2003 umgestellt werden.
Extras & Bonusinhalte
Neben der technischen Überarbeitung enthält das Remaster auch mehrere Bonusfeatures, die besonders für langjährige Fans der Reihe interessant sein dürften. Spieler erhalten Zugriff auf einige während der Entwicklung gestrichene Levelabschnitte, die nun erstmals spielbar sind. Darüber hinaus enthält das Spiel eine spielbare Demo von The Dark Prophecy, einem ursprünglich geplanten Nachfolger, der nie veröffentlicht wurde.
Ergänzt wird dieses Paket durch einen Fotomodus, alternative Charakter-Skins sowie digitale Comics und Konzeptzeichnungen, die einen Einblick in die Entwicklungsgeschichte der Reihe geben. Diese Inhalte machen das Remaster fast zu einer kleinen Museums-Sammlung rund um die Legacy of Kain-Reihe.
Testsystem:
| Komponente | Spezifikation |
|---|---|
| CPU | AMD Ryzen 7 7800X3D |
| RAM | 32 GB DDR5-6000 CL30 |
| Grafikkarte | NVIDIA GeForce RTX 5070 Ti |
| Speicher | NVMe SSD |
| Auflösung | 4K (zusätzlich getestet in 1440p) |
Performance-Empfehlungen
| Preset | Auflösung | Grafikeinstellungen | Upscaling | Erwartete FPS | Beschreibung |
|---|---|---|---|---|---|
| Max FPS | 2560x1440 | Hoch | DLSS Quality | 220–260 FPS | Ideal für 240-Hz-Monitore und maximale Bildrate |
| Max Grafik | 2560x1440 | Ultra + Raytracing | DLSS Quality | 140–170 FPS | Maximale Bildqualität ohne spürbare Ruckler |
| Performance/Qualität | 2560x1440 | Ultra | DLSS Balanced | 170–200 FPS | Beste Balance aus Grafikqualität und Performance |








