
Marathon
Bitte beachtet: Wir werden dieses Review im Nachgang noch einmal aktualisieren. Warum? Mitte März wird noch das Endgame "Cryo Archive" veröffentlicht und dies würden wir gerne in die Wertung mit einbeziehen!
Bungie liefert eines der besten Gunplays im Genre
Das Herzstück von Marathon ist eindeutig das Gunplay, und hier spielt Bungie seine jahrzehntelange Erfahrung im Shooter-Genre voll aus. Waffen fühlen sich präzise, kraftvoll und unglaublich befriedigend an. Jeder Schuss besitzt ein klares akustisches und visuelles Feedback, wodurch Treffer sehr direkt wahrnehmbar sind. Die Kombination aus Rückstoßverhalten, Sounddesign und Animationen sorgt dafür, dass sich nahezu jede Waffe einzigartig anfühlt. Genau dieser Aspekt macht es so schwer, das berühmte Bungie-Gefühl beim Schießen exakt zu beschreiben, denn es entsteht aus vielen kleinen Details, die zusammen ein äußerst rundes Gesamtbild ergeben.
Auch die Time-to-Kill ist insgesamt gut ausbalanciert. Gefechte dauern lange genug, um taktisch zu reagieren oder sich neu zu positionieren, bleiben aber gleichzeitig schnell und intensiv. Besonders deutlich wird das in den PvP-Begegnungen mit anderen Spielern. Wenn zwei Teams aus jeweils 3 Personen in engen Gebäuden oder dunklen Korridoren aufeinandertreffen, entstehen extrem spannende Situationen, in denen Positionierung, Kommunikation und Reaktionsgeschwindigkeit über Sieg oder Niederlage entscheiden. Gerade in diesen Momenten zeigt sich die große Stärke von Marathon, denn erfolgreiche Kämpfe gegen andere Spieler sind oft der schnellste Weg zu wertvollem Loot.
Hero-Shooter-Elemente im Extraction-Genre
Eine zentrale Gameplay-Komponente sind die sogenannten Runner. Dabei handelt es sich um spielbare Charaktere mit personalisierten Fähigkeiten und Rollen, die verschiedene Spielstile unterstützen. Manche Runner sind darauf ausgelegt, Gegner aus dem Hinterhalt anzugreifen oder sich unsichtbar zu machen, während andere stärker auf Teamunterstützung ausgerichtet sind und Verbündete heilen oder wiederbeleben können. Dieses System bringt eine zusätzliche taktische Ebene in die Matches und sorgt dafür, dass Teams unterschiedliche Strategien entwickeln können.
- Assassin - Tarnung und Rauch, ideal für heimliche Angriffe
- Triage - Support-Charakter mit Heil- und Revive-Fähigkeiten
- Recon / Vandal / Destroyer - unterschiedliche Offensiv- und Utility-Rollen
Allerdings wirkt die Klassenidentität derzeit noch etwas weniger ausgeprägt, als man es vielleicht von anderen Bungie-Spielen kennt. Während beispielsweise in Destiny jede Klasse eine sehr starke eigene Identität besitzt, fühlen sich die Runner in Marathon teilweise etwas generischer an. Das bedeutet zwar nicht, dass sie keinen Spaß machen, doch hier wäre in Zukunft noch Raum für mehr Individualität und einzigartigere Fähigkeiten.
Movement, PvE und Kartenstruktur
Neben dem Gunplay spielt natürlich auch die Bewegung durch die Spielwelt eine wichtige Rolle. Grundsätzlich funktioniert das Movement solide, allerdings zeigen sich gelegentlich kleinere Schwächen. Spieler bleiben manchmal an der Umgebung hängen, obwohl sie eigentlich problemlos darüber klettern sollten, und das Mantling-System reagiert nicht immer zuverlässig. Besonders in hektischen Gefechten kann das frustrierend sein, wenn eine Bewegung nicht so funktioniert, wie man es erwartet.
Zusätzlich begrenzt ein sogenanntes Heat-System die Dauer des Sprintens. Wer zu lange rennt, riskiert ein Überhitzen der Ausrüstung und wird für kurze Zeit deutlich langsamer. Dieses System soll Spieler dazu zwingen, ihre Bewegung bewusst zu planen und nicht permanent durch die Map zu sprinten. In manchen Situationen kann diese Mechanik interessante taktische Entscheidungen fördern, in anderen Momenten wirkt sie jedoch eher wie eine unnötige Einschränkung.
Auch das PvE-System kann stellenweise sehr fordernd sein. Besonders Solo-Spieler geraten schnell unter Druck, wenn mehrere Gegnerwellen auftauchen oder Verstärkungen zu schnell nachspawnen. Dadurch bleibt manchmal wenig Zeit, um in Ruhe Loot zu sammeln oder Missionsziele zu erfüllen.
Progression und Loot: Der klassische „Noch eine Runde“-Effekt
Wie bei jedem Extraction-Shooter ist auch in Marathon der langfristige Loot-Fortschritt ein zentraler Motivationsfaktor. Spieler sammeln Ausrüstung, Mods und Questgegenstände, die sie entweder im nächsten Run einsetzen oder für Fortschrittssysteme nutzen können. Besonders motivierend ist dabei, dass selbst verlorene Runs oft noch ein Gefühl von Fortschritt hinterlassen. Neue Missionsschritte, freigeschaltete Items oder Fortschritt bei Fraktionen sorgen dafür, dass man selbst nach einer Niederlage schnell wieder in die nächste Runde starten möchte.
Dieser Effekt sorgt für eine starke Sogwirkung, die typisch für gute Extraction-Spiele ist. Gleichzeitig zeigt sich jedoch, dass der Einstieg nicht besonders einsteigerfreundlich gestaltet ist. Viele Systeme werden nur sehr oberflächlich erklärt, sodass neue Spieler zunächst Zeit investieren müssen, um Menüs, Mods, Fraktionen, Aufgaben und Missionssymbole zu verstehen. Wer bereits Erfahrung mit Spielen wie Escape from Tarkov, Arc Raiders oder Hunt: Showdown hat, wird sich schneller zurechtfinden, doch komplett neue Spieler könnten sich anfangs etwas verloren fühlen.
Gerade Extraction-Shooter können zu Beginn eine sehr frustrierende Erfahrung sein. Das Genre lebt davon, dass jeder Einsatz ein Risiko darstellt und ein einziger Fehler dazu führen kann, dass man sämtliche Ausrüstung verliert. Wer sich nicht auf diese grundlegende Spielphilosophie einlässt oder mit der Erwartung eines klassischen PvP-Shooters an die Sache herangeht, wird schnell merken, wie hart solche Spiele sein können. Niederlagen fühlen sich intensiver an, weil der Verlust von Loot direkte Konsequenzen hat und Fortschritt scheinbar wieder zunichtemachen kann.
Marathon versucht diesen Frust allerdings geschickt abzufedern. Verlorene Ausrüstung bedeutet hier nicht zwangsläufig, dass man komplett bei null anfangen muss. Viele Waffen und Items lassen sich relativ unkompliziert über Ingame-Credits erneut kaufen, sodass Spieler nach einer Niederlage relativ schnell wieder einsatzbereit sind. Zusätzlich gibt es sogenannte Samples, die von verschiedenen Fraktionen bereitgestellt werden. Diese vorkonfigurierten Ausrüstungssets bieten ein individuelles Loadout und ermöglichen es, ohne große Vorbereitung direkt wieder in eine Runde einzusteigen. Dadurch bleibt der Risikoaspekt des Genres erhalten, ohne dass sich verlorene Runs übermäßig bestrafend anfühlen.
UI, Struktur und Grafik
Die Benutzeroberfläche von Marathon wirkt auf den ersten Blick äußerst stylisch und passt hervorragend zum futuristischen Setting des Spiels. Gleichzeitig zeigt sich im Alltag jedoch, dass die Menüführung teilweise unnötig kompliziert ist. Viele Mods und Items besitzen sehr ähnliche oder sogar identische Icons, sodass man häufig mit der Maus darüberfahren muss, um überhaupt zu erkennen, um welchen Gegenstand es sich handelt. Gerade wenn das Inventar mit der Zeit voller wird, kann das Management der Ausrüstung dadurch unübersichtlich werden.
Auch einige grundlegende Funktionen, wie das Tauschen von Items oder das Verschieben von Mods zwischen Waffen und Rucksack, benötigen mehr Eingewöhnungszeit als eigentlich nötig wäre. Nach mehreren Stunden Spielzeit funktioniert das zwar deutlich besser, doch die Benutzeroberfläche bleibt einer der Bereiche, in denen Bungie noch am meisten verbessern könnte.
Optisch verfolgt Marathon eine sehr markante Richtung, die sich deutlich von vielen anderen Shootern abhebt. Statt auf realistische Militärästhetik zu setzen, präsentiert das Spiel eine futuristische Welt voller Neonfarben, künstlicher Strukturen und surrealer Architektur. Die Maps wirken dadurch eigenständig und besitzen einen hohen Wiedererkennungswert. Gleichzeitig sorgt die Kombination aus Science-Fiction und leicht unheimlicher Atmosphäre dafür, dass sich die Spielwelt teilweise fast schon surreal anfühlt.
Auch technisch macht das Spiel einen sehr guten Eindruck. Selbst während größerer Testphasen liefen die Server stabil und die Performance blieb konstant hoch. Abstürze oder größere technische Probleme traten nur selten auf. Besonders beeindruckend ist dabei, wie sauber das Spiel trotz seines komplexen Multiplayer-Designs läuft.
Testsystem & Settings
Testsystem
| Komponente | Modell |
|---|---|
| CPU | AMD Ryzen 7 7800X3D |
| GPU | NVIDIA RTX 5070 Ti |
| RAM | 32 GB DDR5 6000 CL30 |
| Speicher | NVMe SSD |
| Auflösung | 2560x1440 |
| Betriebssystem | Windows 11 |
Performance Settings für dieses System
| Preset | Auflösung | Grafiksettings | Durchschnittliche FPS | Empfehlung |
|---|---|---|---|---|
| Max FPS | 1440p | Niedrig / Competitive | 230-270 FPS | Für kompetitives PvP |
| Max Grafik | 1440p | Ultra | 150-180 FPS | Maximale Bildqualität |
| Leistung/Qualität | 1440p | Hoch + optimierte Effekte | 180-210 FPS | Beste Balance |
Bildergalerie








Wie das Spiel von uns aufgenommen wird






