
Diablo 4 - Season 11
-
Unser Diablo 4 Review für den PC findet ihr hier.
-
Unser Diablo 4 Vessel of Hatred Review findet ihr hier.
-
Unser Review zu Diablo 4 Lord of Hatred wird folgen, sobald der DLC verfügbar ist!
-
Schon jetzt könnt ihr allerdings unsere Meinung zum Paladin lesen!
Spürbare Weiterentwicklung mit Fokus auf Feinschliff
Die elfte Season von Diablo vier kommt nicht wie ein vollständiger Neuanfang daher, sondern eher wie das Ergebnis einer langen Entwicklung. Diesmal scheint Blizzard genau zu wissen, was es tun muss, um das Spiel besser und ausgewogener zu machen. Wenn man es mit den ersten Seasons vergleicht, besonders mit Season eins und zwei, dann sieht man, dass vieles besser durchdacht ist. Das Spiel läuft flüssiger, die Kämpfe gehen schneller, aber sie bleiben trotzdem packend und taktisch anspruchsvoll. Gleichzeitig wurde das Endgame besser organisiert. Früher war das ein Problem. Man hatte immer etwas zu tun, aber man wusste nicht genau, was man erreichen wollte. Jetzt sind die Systeme des Schmieds, die Härtung und die Vollendung, klarer. Alles hängt nicht mehr vom Zufall ab. Ihr entscheidet, welche Vorteile eure Gegenstände bekommen und welche dauerhaft verbessert werden sollen. Das ist ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung.
In dieser neuen Saison fällt vor allem die bessere Balance der Builds auf. Früher hatte man oft das Gefühl, dass man entweder genau der Meta folgen musste oder sonst benachteiligt war. Jetzt, in Season 11, gibt es mehr Freiraum. Es lohnt sich wieder, neue Dinge auszuprobieren. Das passt gut zum Kern von Diablo, also zum Ausprobieren, Anpassen und Optimieren. Viele der Änderungen sind nicht besonders auffällig, aber sie machen Sinn. Es sieht fast so aus, als hätte Blizzard bewusst auf große Showeffekte verzichtet und stattdessen auf Verbesserungen gesetzt, die wirklich etwas bringen.
Mit der Heiligung bringt Season 11 ein wichtiges neues System ins Endgame von Diablo 4. Dieses System gibt der Jagd nach neuen Items mehr Bedeutung. Die Heiligung ist die letzte Veredelungsstufe für Ausrüstung. Wenn ein Gegenstand geheiligt wird, bekommt er sehr starke Verbesserungen oder sogar neue Eigenschaften. Danach kann man ihn aber nicht mehr verändern. Dieser Punkt macht die Heiligung so aufregend - und auch ein bisschen nervezerreißend. Die Spieler müssen sich entscheiden, wann ein Item gut genug ist, um diesen letzten Schritt zu wagen. Im Vergleich zu früheren Staffeln, in denen Ausrüstung oft endlos verbessert werden konnte, setzt Staffel 11 hier klare Grenzen und schafft echte Konsequenzen. Das sorgt für mehr strategische Tiefe, einen ordentlichen Schuss Risiko und diese typisch-diabolische Mischung aus Hoffnung, Zweifel und dem leisen Gebet an den Zufallsgott.
Warum Season 11 funktioniert
Der größte Vorteil von Season 11 lässt sich nicht in Zahlen oder Patchnotes ausdrücken, sondern rather im tatsächlichen Spielgefühl. Diese Season ist wirklich motivierend. Der Fortschritt fühlt sich viel fairer an als in einigen vorherigen Seasons, in denen das ständige Spielen schnell frustrierend werden konnte. Man hat oft das Gefühl, dass die investierte Zeit wirklich respektiert wird – ein wichtiger Punkt für junge Erwachsene, die nicht jeden Abend mehrere Stunden fürs Spielen aufwenden können oder wollen.
Kurze Spieleinheiten haben auch einen Sinn. Wenn man nur eine Stunde spielt, geht man selten offline, ohne das Gefühl zu haben, etwas erreicht zu haben. Außerdem ist die Atmosphäre wieder dunkler und bedrückter, was viele Spieler in den letzten Seasons vermisst haben. Season 11 bringt diese typische Schwere von Diablo wieder in den Vordergrund, ohne zu überwältigend zu sein. Oft bleibt genau dieses Gefühl: Man möchte eigentlich aufhören, aber dann möchte man noch ein Dungeon oder ein Event spielen.
Solide, aber zu vorsichtig?
Trotz aller positiven Seiten hat Season 11 ihre Schwächen. Die größte Schwäche ist der Mangel an Mut. Wenn man gehofft hat, dass Blizzard wieder eine große und wichtige Änderung einführt, könnte man enttäuscht sein. Viele Dinge in Season 11 fühlen sich bekannt an, manchmal sogar sehr bekannt. Es gibt zwar viele Inhalte, die besser gemacht sind als in den vorherigen Seasons, aber es gibt nur wenige Überraschungen. Season 11 ist nicht besonders mutig und bringt nicht viele neue Ideen.
Veteranen, die jede Season von Diablo 4 intensiv erlebt haben, könnten manchmal ein Déjà-vu verspüren. Season 11 baut stark auf bewährten Systemen auf und verbessert diese, anstatt neue Wege zu gehen. Das ist sicher und funktioniert, aber es nimmt der Season ein Stück ihrer Identität. Wenn man Season 11 mit Season 10 vergleicht, fehlt dieser eine besondere Moment, der einen kurz innehalten lässt und zum Nachdenken anregt: Okay, das ist neu.
Vergleich mit vorherigen Seasons: Das erwachsene Diablo
Wenn wir auf Season 11 zurückblicken, sehen wir, dass sie einen klaren Wendepunkt für Diablo 4 darstellt. In den frühen Seasons gab es viele Experimente und Ideen, die noch nicht ganz ausgereift waren. Es war auch nicht ganz klar, in welche Richtung das Spiel langfristig gehen sollte. Später kamen größere Konzepte hinzu, aber das Spiel hatte oft Probleme mit der Balance oder war einfach zu kompliziert. In den letzten Seasons lag der Fokus dann eher auf Stabilität und dem Feedback der Community - und genau da setzt Season 11 nahtlos ein.
Im Vergleich zu früher wirkt Diablo 4 in Season 11 weniger chaotisch und weniger überladen. Stattdessen kommt sie deutlich souveräner rüber. Diablo 4 versucht nicht mehr, alles auf einmal zu sein. Sie konzentriert sich einfach darauf, ein stimmiges Gesamterlebnis zu liefern. Season 11 ist vielleicht nicht die aufregendste Season von Diablo 4, aber sie ist möglicherweise die ehrlichste. Sie zeigt ein Spiel, das seine Identität gefunden hat. Diablo 4 muss nicht mehr krampfhaft beweisen, wie innovativ sie sein kann.









