
God of War: Sons of Sparta
Solide Basis mit Luft nach oben
Spielerisch orientiert sich Sons of Sparta klar an Genre-Größen wie Hollow Knight oder Metroid Prime in den alten Tagen. Ihr erkundet weitläufige Areale, schaltet nach und nach neue Fähigkeiten frei und öffnet damit zuvor versperrte Wege - klassisches Metroidvania-Handwerk also.
Im Kern funktioniert das Kampfsystem ordentlich: Leichte und schwere Angriffe, Paraden, Ausweichrollen und vereinzelte magische Fähigkeiten sorgen für ein solides Grundgerüst. Besonders auf höheren Schwierigkeitsgraden entfalten Bosskämpfe durchaus Spannung, da Timing und Ressourcenmanagement wichtiger werden. Auch die Upgrade-Systeme, verschiedene Speerspitzen mit Elementareffekten, Schilde und Talentbäume, bringen eine angenehme taktische Komponente ins Spiel.
Allerdings wirkt das Kampfsystem über weite Strecken etwas repetitiv. Viele Gefechte laufen nach demselben Muster ab, echte Dynamik oder kreative Kampfarena-Designs sind rar gesät. Eine fehlende Dash-Mechanik und teilweise sehr großzügige Unverwundbarkeitsframes beim Ausweichen nehmen dem Ganzen etwas von der Intensität, die man von einem jungen, wendigen Kratos erwarten würde.
Stilvoll, aber nicht makellos
Optisch macht das Spiel auf der PS5 Pro eine gute Figur. Die handgezeichneten Hintergründe sind atmosphärisch dicht, die griechischen Landschaften - von Tempelruinen bis hin zu düsteren Höhlen - sind liebevoll gestaltet. Die Animationen der Charaktere erinnern stellenweise an ein interaktives Comic und transportieren das brutale Flair der Reihe überraschend gut ins 2D-Format.
Dank der PS5 Pro läuft das Spiel überwiegend flüssig und in hoher Auflösung. Dennoch gibt es technische Schwächen: vereinzelte Ruckler, kleinere Bugs und gelegentliche UI-Probleme trüben das Gesamtbild. Nichts davon ist ein Totalausfall, aber es kratzt am Qualitätsanspruch, den man mit dem Namen „God of War“ verbindet.
Der Soundtrack kombiniert orchestrale Wucht mit subtilen Retro-Elementen und schafft eine stimmige Atmosphäre. Die Sprecher liefern ebenfalls solide Arbeit ab, besonders in den Zwischensequenzen zwischen Kratos und Deimos.
Viel zu entdecken, langsam erzählt
Inhaltlich setzt das Spiel auf eine persönlichere Geschichte über Pflicht, Ehre und Brüderlichkeit. Als Prequel fehlt zwar die ganz große narrative Überraschung, dennoch funktionieren einige emotionale Momente gut. Die Story ist kein Meisterwerk, aber sie erfüllt ihren Zweck.
Das Leveldesign bietet zahlreiche Geheimnisse, optionale Bereiche und Sammelobjekte. Wer alles entdecken möchte, verbringt locker mehrere Dutzend Stunden in der Welt. Dazu kommen freischaltbare Herausforderungen und ein gewisser Wiederspielwert durch höhere Schwierigkeitsgrade.
Allerdings ist das Pacing gerade zu Beginn zäh. Das Spiel braucht einige Stunden, bis es mechanisch und erzählerisch richtig Fahrt aufnimmt. Geduld ist hier definitiv gefragt.








