
Battlestar Galactica: Scattered Hopes - DEMO
Atmosphärische Kommandobrücke statt Heldenspektakel
Schon nach wenigen Minuten wird klar: Die Macher haben den Ton der Vorlage — der düsteren Sci-Fi-Serie Battlestar Galactica — erstaunlich gut getroffen. Statt bombastischer Weltraumschlachten steht permanenter Druck im Mittelpunkt. Jeder Sprung in den Hyperraum ist ein kalkuliertes Risiko, jede Entscheidung kann über Leben und Tod ganzer Schiffe entscheiden.
Die Demo versetzt euch nicht in die Rolle eines Piloten, sondern in die eines Flottenkommandanten. Genau das sorgt für den Reiz: Ihr jongliert Ressourcen, Moral, Schäden und Bedrohungen gleichzeitig. Es entsteht ein ständiges Gefühl, dass alles auseinanderfallen könnte, wenn ihr nur eine falsche Entscheidung trefft.
Taktik unter Dauerstress
Spielmechanisch erinnert das Ganze stark an eine Mischung aus 2Ks XCOM und erzählerischen Entscheidungs-Systemen à la Mass Effect. Kämpfe laufen in Echtzeit, lassen sich aber pausieren, um Befehle zu erteilen. Das klingt komfortabel, fühlt sich aber trotzdem hektisch an, weil Bedrohungen parallel eskalieren.
Besonders gelungen:
- Treffer haben spürbare Konsequenzen (Feuer, Ausfälle, Ressourcenverlust)
- Crewmitglieder sind mehr als Zahlenwerte
- Krisen-Events zwingen zu moralischen Entscheidungen
Die Roguelite-Struktur motiviert zusätzlich. Scheitern gehört dazu — und passiert oft. Aber jeder Run schaltet neue Optionen frei, wodurch man sich langsam stärker fühlt. Fans von Progressionssystemen werden sich hier sofort zuhause fühlen.
Gewöhnungsbedürftig, aber stimmig
Optisch verfolgt die Demo / das Spiel einen ungewöhnlichen Stil. Modelle wirken bewusst reduziert, fast kantig texturiert, während Effekte und Interface sehr funktional gehalten sind. Anfangs wirkt das billig, doch je länger man spielt, desto mehr passt es zur nüchternen Militärästhetik.
Das UI ist klar lesbar, Funksprüche sind sachlich vertont und der Soundtrack hält sich zurück — alles trägt zur beklemmenden Stimmung bei. Man merkt, dass Entwickler Alt Shift bereits mit Crying Suns Erfahrung im Genre gesammelt haben.
Hoffnung ist eine Ressource
Neben Gefechten bilden Ereignisse und Crew-Interaktionen das Herzstück. Charaktere besitzen Moralwerte, Traumata und Geheimnisse. Kümmert ihr euch nicht um sie, eskaliert das später zu Krisen. Diese Mischung aus Management und Storytelling sorgt dafür, dass man emotional stärker involviert ist als in klassischen Strategiespielen.
Spannend ist auch die angedeutete Mechanik um versteckte Verräter innerhalb der Flotte — ein klares Nicken in Richtung Serien-Lore rund um Figuren wie William Adama und die allgegenwärtige Paranoia.
Ein Kritikpunkt der Demo ist die Textlokalisierung. Einige Dialoge wirken hölzern oder maschinell übersetzt. Grammatikfehler und merkwürdige Wortwahl reißen gelegentlich aus der Immersion. Hier sollte bis zum Release definitiv nachgebessert werden. Auch ist in der Demo lediglich die englische Sparche verfügbar, was wir eigentlich sehr schade finden.






