
Quarantine Zone: The Last Check
Entscheidungen unter Druck
Das Herzstück ist die Inspektion von Überlebenden am Lagertor. Symptome prüfen, Hinweise abgleichen, Diagnosen wagen. Klingt simpel, wird aber schnell komplex, weil das Spiel ständig Unsicherheit streut. Manche Infizierte zeigen kaum Anzeichen, während Gesunde verdächtig wirken. Genau dieses Zweifeln hält die Spannung hoch.
Der Gameplay-Loop erweitert sich mit der Zeit sinnvoll: neue Werkzeuge, neue Symptome, mehr Verantwortung. Besonders gelungen ist das Zusammenspiel aus Kontrolle, Quarantäne-Management und Laborforschung. Man spürt, dass jede Entscheidung Konsequenzen hat – nicht nur narrativ, sondern auch spielmechanisch.
Die Verteidigungssequenzen und gelegentlichen Action-Einlagen sind dagegen eher Beiwerk. Sie funktionieren, fühlen sich aber deutlich simpler an als der restliche Spielkern. Vergleichbar ist der Grundgedanke mit Papers, Please oder Contraband Police, nur mit stärkerem Fokus auf moralische Grauzonen und Survival-Atmosphäre.
Dreckig, düster, passend
Grafisch ist das Spiel kein Technik-Benchmark, aber das will es auch gar nicht sein. Der Stil ist funktional, detailreich genug und vor allem atmosphärisch. Das Lager wirkt belebt, bedrückend und glaubwürdig. Beleuchtung und Sounddesign tragen viel zur Stimmung bei: Sirenen, Funksprüche, entfernte Schreie – alles zahlt auf das Gefühl ein, Teil einer bröckelnden Welt zu sein.
Technisch läuft das Spiel überwiegend stabil. Kleinere Bugs können auftreten, vor allem in späteren Spielphasen mit ausgebauter Basis oder vielen gleichzeitig aktiven Systemen. Nichts davon zerstört den Spielstand, aber Feinschliff wäre noch möglich.
Umfang & Langzeitmotivation
Hier zeigt sich die größte Schwäche. Nach vielen Spielstunden schleift sich Routine ein. Der Alltag wird mechanischer, Überraschungen seltener. Das passt zwar thematisch zur Rolle eines überarbeiteten Aufsehers, spielerisch wünscht man sich aber mehr Ereignisse, Story-Twists oder zusätzliche Systeme.
Der vorhandene Content ist solide, aber man merkt, dass hier noch Luft nach oben ist – etwa durch neue Missionstypen, mehr Laboroptionen oder zusätzliche Szenarien. Andere Genre-Vertreter wie That's Not My Neighbor zeigen, wie stark zusätzliche Variationen den Wiederspielwert pushen können.
Für rund 20 € bekommt man ein ungewöhnliches, eigenständiges Spielerlebnis mit klarer Vision. Trotz kleiner Schwächen fühlt sich der Preis fair an, vor allem wenn die Entwickler weiter Updates liefern.






